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Interpack 2011 - Statement
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Statement
Trends in der Verpackungsindustrie

Die interpack als Weltleitmesse der Verpackungsindustrie hat mit ihrem Drei-Jahres-Rhythmus der Verpackungsbranche einen Innovationszyklus von drei Jahren aufgedrängt. Ist das auch heute noch so?

Messen haben in den letzten Jahren diesbezüglich einen anderen Charakter bekommen. Innovationen werden aufgrund immer dynamischerer Märkte kontinuierlicher eingeführt. Hersteller können es sich heute immer weniger leisten, drei Jahre mit der Präsentation einer Neuheit zu warten. Trotzdem werden auf der interpack 2011 wieder einige sehr interessante Innovationen präsentiert, sowohl im Maschinen- als auch im Automatisierungsbereich.


Was präsentiert Bosch Rexroth Neues für den Verpackungsmaschinenbau?

Als erstes wäre da die Automatisierungslösung IndraMotion for Packaging in der Version 12 zu nennen, die neue Funktionen für eine weitere Effizienzsteigerung im Engineering bietet. Automatische Programmcode-Generierung, objektorientierte Programmierung oder Multi-User-Fähigkeit für die parallele Erstellung komplexer Softwareprojekte durch mehrere Programmierer sind nur einige der zahlreichen neuen Funktionen.

Der dezentrale Servoantrieb IndraDrive Mi mit integrierter Elektronik, den Rexroth 2005 erstmalig präsentierte, wird zur interpack 2011 in der 2. Generation vorgestellt. Multi-Ethernet-Schnittstelle, Optimierung des Designs sowie integrierte Sicherheitstechnik gemäß EN ISO 13849-1 bzw. EN 62061 sind hier die Highlights.

Außerdem präsentieren wir ein neues Programm von Schienenführungen für die Nahrungsmittelindustrie. Die Verwendung von lebensmitteltauglichen Fetten und Kunststoffen ermöglicht den Einsatz im lebensmittelnahen Bereich.

Anhand von drei realen Kundenmaschinen auf unserem Messestand zeigen wir praxisorientierte Lösungen für die Steigerung der Energieeffizienz.


Neue Materialien und Verpackungsarten, geändertes Konsumentenverhalten durch neue Gesellschaftsstrukturen wie kleinere und ältere Haushalte sowie die Notwendigkeit stärkerer Marken- und Produktdifferenzierung – das waren Megatrends, die Sie 2008 zur interpack gesehen haben. Als Konsequenz daraus entwickelt sich die Fähigkeit, schnell, flexibel und trotzdem kostengünstig zu reagieren, bei den Maschinenbauern zum Wettbewerbsvorteil. Was hat sich von 2008 bis 2011 geändert, welche Wettbewerbsvorteile wurden generiert?

Die genannten Megatrends sind ungebrochen. In den letzten Jahren hat sich der Verpackungsmaschinenbau auch immer besser darauf eingestellt. Formatumstellungen zum Beispiel, die früher ein bis zwei Stunden benötigten, sind heute mit intelligenten, automatisierten Lösungen in wenigen Minuten möglich. Darüber hinaus richtet sich der Fokus heute deutlich stärker auch auf den Bereich der Ressourceneffizienz. Beim Abpacker sind die wichtigsten Ressourcen dabei Rohstoff und Energie – beim Maschinenbauer ist es der Konstrukteur bzw. immer mehr der Programmierer.


Was muss eine intelligente Automatisierungstechnik heute leisten?

Mit Blick auf die Funktionalität ist der Stand der Automatisierungstechnik sicher auf einem vernünftigen Niveau. In Fortführung des oben Gesagten muss die Automatisierungstechnik beim Maschinenbauer den gesamten Engineeringprozess deutlich beschleunigen und vereinfachen und nicht noch komplexer und damit schwieriger machen. Gleichzeitig müssen natürlich immer komplexere Aufgabenstellungen der Kunden bewältigt werden.
Beim Abpacker heißt das, möglichst effizient und ressourcenschonend zu produzieren. Im Idealfall spürt man in der Produktion von der Automatisierungstechnik nichts.


Aufgrund der wachsenden Anforderungen an die Flexibilität von Verpackungsmaschinen nimmt die Bedeutung der Robotik für die Verpackungsindustrie stark zu, hieß es vor der interpack 2008. Stimmt das noch immer – oder ist nicht auch ein neuer Trend zu mehr Einfachheit zu erkennen?

Robotik ist keineswegs gleichzusetzen mit „weniger einfach“. Das ist ein Trugschluss. Es ist zwar auf jeden Fall ein Trend zu „Just-enough“-Konzepten erkennbar, aber dieser resultiert unserer Meinung nach nicht in einer sinkenden Bedeutung der Robotik. Im Gegenteil – Robotik ist einer der größten Hebel für mehr Flexibilität und Produktivität.

Der Trend zur Robotik, vorrangig in der Sekundär- und Endverpackung bzw. Palettierung, hält deshalb ungebrochen an. Moderne Automatisierungstechnik bietet hierfür noch wesentliches Potenzial für Innovationen.


Und zum Abschluss: Der Begriff Nachhaltigkeit bestimmt die Messen weltweit. Was bedeutet Nachhaltigkeit aus der Sicht eines Automatisierers?

Nachhaltigkeit – einerseits das Megathema der Nahrungsmittel- und Verpackungsbranche – andererseits einer der am häufigsten falsch verwendeten Begriffe. Nachhaltigkeit bzw. Sustainability kommt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und beschreibt das Prinzip, dass nicht mehr abgeerntet wird, als wieder nachwächst.

Automatisierer von Herstellungs- und Verpackungsprozessen können hierzu einige Beiträge leisten, z.B. durch die Steigerung der Energieeffizienz im Produktionsprozess. Zahlreiche durch Bosch Rexroth durchgeführte Energieeffizienz-Beratungsprojekte in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie haben gezeigt, dass durch ein systematisches Vorgehen nach dem Rexroth-4EE-Konzept (Rexroth for Energy Efficiency) im Mittel Energieeinsparung von bis zu 30 % erreichbar sind. Dafür werden vier Hebel angesetzt: Efficient Components, Energy Recovery, Energy on Demand und Energy System Design.


Autor

Steffen Winkler
Bereichsleiter Vertrieb und Branchenmanagement Druck und Verpackung
Bosch Rexroth AG