Datenspeicherung in der Montagetechnik

Inhalt

Identifikations- und Datenträgersysteme werden zur Steuerung vielfältiger Produktions- und Transportsysteme in der Montagetechnik eingesetzt. Objektbezogene Daten bilden zum Einen die Grundlage zur gezielten Steuerung von Prozess- und Bearbeitungsschritten, zum anderen für die typ- bzw. variantenabhängige Ein- und Ausschleusung von Werkstückträgern bei der Herstellung von Produktvarianten auf verzweigten flexiblen Montagesystemen. Zwei Grundprinzipien prägen den Umgang mit den werkstückbezogenen Daten:

Die zentrale Datenhaltung basiert auf einer zentralen Speicherung aller werkstückrelevanten Daten. Hierzu bedarf es der zuverlässigen Identifikation des Werkstücks an der Bearbeitungsstation, damit die zugehörigen Daten aus der zentralen Datenhaltung abgerufen werden können. Die dezentrale Datenhaltung basiert auf mobilen Datenträgersystemen, in denen die werkstückrelevanten Daten direkt am Werkstück (oder auf dem Werkstückträger) mitgeführt werden. Erforderlich sind leistungsfähige Schreib- und Leseköpfe an den Bearbeitungsstationen, die die Informationen auslesen bzw. modifizieren.

 
 

ID 15

Bei der zentralen Datenhaltung sind die prozess- und produktbezogenen Daten zentral abgelegt. Mobile Datenträger am Werkstückträger sowie die entsprechenden Lesegeräte stellen die zuverlässige Identifizierung der Werkstücke an den Bearbeitungsstationen sicher. Anhand der Werkstück-Identität wird der zugehörige Datensatz indiziert um die Daten in die SPS bzw. die Zellensteuerung zu laden. Die Zellensteuerung liest daraus den Produkttyp (Variante, Auftrags- oder Fertigungslos) und den jeweiligen Fertigungsstatus. Aus diesen Informationen wird entnommen, ob und welche Schritte im Prozess erforderlich sind. Im Anschluss an den Durchlauf der Bearbeitungsstation werden die Informationen im Datensatz ergänzt. Der Datenfluss zwischen Bearbeitungsstation und Zentralrechner mit der Datenhaltung erfordert eine Vernetzung.

ID 40

Bei der dezentralen Datenhaltung begleiten die prozess- und produktbezogenen Daten das Werkstück. Die Werkstückträger sind dazu mit einem mobilen Datenträger hoher Speicherkapazität ausgerüstet, der die Möglichkeit des Lesens und Schreibens von Daten bietet. Die Daten stehen an jeder Bearbeitungsstation aktuell zur Verfügung und können über entsprechende Schreib-/Leseköpfe jederzeit ausgelesen bzw. editiert werden. Die einzelnen Stationen können damit autark die jeweiligen Fertigungsprozesse abwickeln; für die Werkstückdaten ist kein Netzwerk erforderlich.

ID 200

Dadurch können Anwender sowohl RFID-Lösungen mit zentraler als auch dezentraler Datenhaltung realisieren. Die Plug-and-Run-Lösung steht für alle Rexroth-Transfersysteme und das Kettenfördersystem VarioFlow zur Verfügung. Das neue Identifikationssystem ID 200 bietet eine Vielfalt an Schnittstellen, zu denen EtherNet/IP und PROFINET ebenso gehören wie PROFIBUS. Die Anwendung standardisierter Frequenzen und Übertragungsprotokolle erlaubt den Einsatz handelsüblicher Datenträger. Das macht das Identifikationssystem ID 200 zu einer kostengünstigen und wirtschaftlichen Lösung auch für zukünftige Aufgaben.