Marginale Spalte

Kunst und Technik: Tänzerinnen im Anfang der 1990er komplett sanierten Warschauer Nationaltheater – in dem Rexroth aktuell die Bühnenleittechnik erneuert hat.

Großer Auftritt

März 2012

 

Rexroth-Technik spielt auf vielen Bühnen eine tragende Rolle.

 
 

Ihren ersten Auftritt feierte die Rexroth-Bühnentechnik im wahrsten Sinn des Wortes vor der Haustür: 1975 benötigte die Stadt Lohr für ein bewegliches Podium in ihrer umgebauten Stadthalle einen Antrieb nebst Steuerung. Die Hydraulik erwies sich dabei als perfekte Lösung, schließlich arbeitet sie hochdynamisch und vor allem auch leise.

Dieser erfolgreichen Premiere ist es zu verdanken, dass Rexroth sich verstärkt mit der Branche beschäftigte. War die Bühnentechnik dabei anfangs eher ein Randbereich im Konzernportfolio, mauserte sie sich schnell zu einem eigenständigen Geschäftsfeld mit zahlreichen Aufträgen rund um die Welt. Ob Wien, Johannesburg oder Riad: In vielen kleinen und großen Theatern sorgte Rexroth-Hydraulik fortan für Bewegung – auf, über und unter der Bühne.

Dabei überzeugten die Anlagen ihre Anwender gleichermaßen mit Leistung und hohen Sicherheitsstandards. Denn Theaterbretter bedeuten nicht nur die Welt, sondern sind auch ein enorm sicherheitskritischer Arbeitsplatz. Schließlich sind Schauspieler und Bühnenarbeiter die einzigen Berufsgruppen, die ohne persönliche Schutzausrüstung unter schwebenden Lasten arbeiten dürfen – herabfallende Kulissenteile könnten die Akteure schwer verletzen.

Im Störfall greifen daher ausgefeilte Sicherheitsmechanismen, die einen Absturz verhindern. Damit es aber gar nicht erst so weit kommt, überwacht eine eigens entwickelte Bühnensteuerung mit intelligenter Software zusammen mit spezieller Sensorik das bunte Treiben. Die erste Version – die VTB 1000 – kam 1988 im Großen Haus des Staatstheaters Stuttgart zum Einsatz und wurde über mehrere Generationen hinweg bis zur heutigen SYB 3.0 verbessert.

In Sachen Bühnenantriebe setzte Rexroth lange Zeit vornehmlich auf die Hydraulik – jedoch gewann über die letzten 15 Jahre die Elektromechanik immer stärker an Boden. Die Technologie der Frequenzumrichter hatte sich derart weiterentwickelt, dass sie sich mittlerweile als echte Alternative etablierte. Rexroth rundete als Technologieführer im Bühnensektor das notwendig gewordene bühnentechnische Gesamt-Know­how durch Zukauf im Jahre 2003 ab. Damit avancierte das Unternehmen zum Komplettanbieter und akquirierte in der Folge Großprojekte wie die neue Oper Oslo, das National Grand Theatre in Peking und das Bolschoi-Theater in Moskau.

Von Fall zu Fall entscheiden die Spezialisten, ob sich für die Anwendung eine hydraulische, eine elektromechanische oder eine kombinierte Lösung empfiehlt. Heute ist Rexroth nicht nur Experte für den Bau beweglicher Bühnenmaschinerien, sondern unterstützt mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung auch die ganzheitliche Konzeptionierung und Projektierung modernster Theater- und Opernhäuser.