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125 Jahre Technologiewandel

Juli 2011

 

Vor 125 Jahren gründet Robert Bosch sein Unternehmen. Zur selben Zeit vollzieht Rexroth einen entscheidenden Technologiewandel.

 
 

Links: Robert Bosch. Rechts: Georg Ludwig Rexroth II.

Robert Bosch eröffnet 1886 seine Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik in Stuttgart und legt damit den Grundstein für bedeutende Innovationen eines neuen Industriezeitalters. Zur selben Zeit vollzieht Rexroth einen entscheidenden Wandel in der technologischen Ausrichtung: Nach über 90 Jahren Schmiedetechnik setzt die Firma ihr geschäftliches Hauptgewicht auf den Guss.

Diese Neuausrichtung ist überlebenswichtig, denn technische Neuentwicklungen wie das Bessemer-Verfahren ermöglichten die Massenproduktion von Stahl. Diese technischen sowie wirtschaftliche Umwälzungen führen zum Niedergang der Eisenhammerwerke, die noch 40 Jahre zuvor für die Familie Rexroth ein rentables Geschäft waren.

Als Georg Ludwig Rexroth II 1861 – im Geburtsjahr von Robert Bosch – mit dem „Oberen Hammer“ in Lohr das letzte Hammerwerk in der Unternehmensge schichte erwarb, starben im Spessart und im nahen Odenwald bereits die ersten dieser Werke aus. Da aber die Weichen für die Neuorientierung schon elf Jahre zuvor mit dem Erwerb der Lohrer Eisengießerei gestellt worden waren, konnte die Verlagerung der Produktion auf zukunftsweisende Gießereiprodukte umso konsequenter vonstattengehen.

Wegweisender Wandel

Den entscheidenden Schritt macht das Unternehmen 1886 mit der Stilllegung des „Unteren Hammers“ im Lohrer Eisenwerk. So kommt es vor 125 Jahren im Hauptwerk zu einer entscheidenden Kapazitätsausweitung der Gießerei. Dieser Technologiewandel zur rechten Zeit erweist sich als eine der wichtigsten Entscheidungen für das Unternehmen.

Anfang des 20. Jahrhunderts wird in eben dieser Gießerei die Entwicklung druckbeständiger Spezialgüsse den Weg für den Einstieg in eine zukunftsträchtige Technologie ebnen, die bis heute Bestand hat: die Hydraulik. Mit der darauf folgenden, sukzessiven Erweiterung des Technologiespektrums wird Bosch Rexroth schließlich The Drive & Control Company von heute, die seit dem Zusammenschluss mit der Bosch Automationstechnik 2001, eingebunden in der Bosch-Gruppe, ihren Kunden eine breitgefächerte Technologiekompetenz zur Verfügung stellt.

Das frühzeitige Erkennen von Marktchancen und das langfristige Engagement in Wachstumsmärkten bilden ebenso eine Konstante in der langen Unternehmenstradition wie die Bedeutung der Kunden und Lieferanten, die Robert Bosch auf den Punkt brachte: „Eine anständige Art der Geschäftsführung ist auf die Dauer das Einträglichste, und die Geschäftswelt schätzt eine solche viel höher ein, als man glauben sollte.“