Marginale Spalte

Ulrich Vohskämper, Geschäftsbereichsleiter Schmiedetechnik, SMS Meer GmbH, im Interview zur Herausforderung Energieeffizienz

Foto: SMS Meer GmbH

„Wer sich nicht darum bemüht, effizienter zu produzieren, wird sich selbst aus dem Markt katapultieren.“

März 2014

 
 
 

„Die Betrachtung von Energieeffizienz und CO2-Emission ist das Zukunftsthema Nummer eins. Ich gehe davon aus, dass in Zukunft jede Maschine mit einem Hinweis über ihre Effizienz versehen wird, wie das zum Beispiel bei Kühlschränken schon lange üblich ist. Diese Entwicklung trägt dazu bei, wachsende Märkte bedienen zu können, denn zukünftig wird derjenige eine bessere Stellung einnehmen, der energieeffizienter produzieren kann. Dieser Herausforderung muss sich der Maschinenbau stellen. Die Motivation dafür kommt aber auch aus eigenem Antrieb und von „Green Playern“, zum Beispiel unter den Automobilherstellern. Sie treten mit klaren Vorstellungen an uns heran, was eingesetzte Maschinen verbrauchen dürfen – auch weil sie mit dem Thema Marketing machen.

Wir befinden uns in einer Übergangsphase

Das Verständnis dafür ist noch nicht bei allen Kunden vorhanden. Dabei sollte es für alle eine Selbstverständlichkeit sein, mit weniger Ressourcen größeren Output zu erreichen. Da sind wir momentan in einer Übergangsphase, in der Kunden noch die Auswahl zwischen billiger und energieintensiver oder teurer und effizienter haben. In Zukunft wird es ausschließlich die effiziente Lösung geben.

Daher stellt sich meiner Meinung nach die Frage nicht, ob effizientere Maschinen mehr kosten dürfen: Wer sich nicht darum bemüht, effizienter zu produzieren, wird sich selbst aus dem Markt katapultieren. Am Anfang steht zwar immer der Preis, doch wenn die Basis geschaffen ist, lässt sich die nächste Maschine bereits kostenunabhängiger optimieren. Technik entsteht ja in der Regel nicht durch den einen großen Wurf, sondern durch stetige Weiterentwicklung.

Den Fokus auf das ganze System legen

Wir fragen bei unseren Kunden sehr konkret nach, welche Bereiche wir energetisch optimieren können. Das Ziel muss sein, dieselben Endprodukte mit einer völlig anderen Anlagentechnik erzeugen zu können. In der Zusammenarbeit dafür muss man den Fokus auf das ganze System legen. Bosch Rexroth ist da für uns der passende ganzheitliche Partner, der die Maschine kennt und sie als Einheit betrachtet. Nur darüber kann man das Engineering entscheidend voranbringen.“

Foto: SMS Meer GmbH

 

32/35-MN-Aluminium-Strangpresse in Frontladerbauweise

Pumpenantriebe sind mit Softstartern ausgerüstet und arbeiten im Start-Stopp-Betrieb.

Pressgeschwindigkeit: <7 mm/s

Energieeinsparung pro Jahr: bis zu 25 Prozent

(50.000 kWh pro Antrieb)

SMS Meer GmbH

Das Unternehmen der SMS Group mit seinen rund 3.500 Mitarbeitern ist Spezialist für Anlagen für die Metallbearbeitung – von Stahlwerken über Rohranlagen und Profilwalzwerke bis hin zu Wärme- und Schmiedetechnik.