Marginale Spalte

Auf dem Prüfstand

März 2014

 

Qualität spielte bei Bosch Rexroth schon immer eine entscheidende Rolle. Was sich mit der Zeit änderte, waren jedoch die Prüfmethoden, die immer raffinierter wurden.

 
 

Links: Hydraulischer Prüfstand 1965. Rechts: Aktuelle Prüftechnik.

„Es war mir immer ein unerträglicher Gedanke, es könne jemand bei Prüfung eines meiner Erzeugnisse nachweisen, dass ich irgendwie Minderwertiges leiste.“ Robert Boschs Aussage von 1919 hat bei Bosch Rexroth bis heute Geltung. Als er diese Zeilen schrieb, steckten die Möglichkeiten für die Qualitätsprüfung für kleinere Unternehmen, wie es der Eisengussspezialist Rexroth damals war, noch in den Kinderschuhen: Die Güte der Fabrikate zeigte sich vor allem an der Menge des Ausschusses.

Das änderte sich, als das Unternehmen 1942 ein eigenes Labor einrichtete, in dem die Ingenieure sowohl die Entwicklung als auch die Produktion der Gussprodukte prüften. Das Ergebnis: eine erhebliche Steigerung der Produktqualität und ein enormer Schub für die Entwicklungsarbeit.

Erste Funktionsprüfstände

Das waren beste Voraussetzungen für den Beginn der Produktion von Hydraulikkomponenten vor rund 60 Jahren, für welche die Techniker zum ersten Mal einen eigenen Hydraulikprüfstand konstruierten. Fortan lief die Entwicklung neuer Produkte und Herstellungsverfahren Hand in Hand mit der Entwicklung der Prüftechnik. Insbesondere ab Ende der sechziger Jahre wuchs mit der Einführung von Fertigungslinien die Bedeutung der Prüfstände. Sie wurden in die Fertigungslinien integriert, sodass jedes Rexroth-Produkt mit hoher Qualität ausgeliefert wurde.

Je komplexer die Produkte, desto aufwendiger wurden aber auch die Testverfahren: Zu prüfen, ob die Produktmerkmale erfüllt waren, wurde im Laufe der Jahre immer komplizierter, da die Anforderungen an die Prüftechnik stetig stiegen und immer kürzere Prüfzeiten zu realisieren waren.

Abschied vom Analogen

Taschenrechner, Diagramme und Tabellenwerke, die einstigen Werkzeuge der Konstrukteure, reichten deshalb schon bald nicht mehr aus. Die Computertechnik öffnete neue Wege: Mit der Digitali­sierung konnten rechnergeführte Prüfstände komplexere Produktmerkmale sehr schnell testen.

Und auch in der Simulationstechnik gab es entscheidende Fortschritte: Aufwendige Prüfverfahren ließen sich nun schon bei der Produktentwicklung am Schreibtisch erledigen. Mit HYSIS beispielsweise entwickelte Rexroth Anfang der neunziger Jahre ein Softwarepaket, mit dessen Hilfe sich hydraulische Antriebe, aufgebaut aus Ventilen, Pumpen, Zylinder oder Regler, simulieren lassen. Die über die Jahre gewachsenen Erfahrungen sowohl bei Applikationen als auch in der Prüftechnik nutzte das Unternehmen nicht nur für die eigene Produktentwicklung, sondern konzipierte auch innovative Prüfstandstechnik zur Qualitätssicherung.

Qualität im Sekundentakt weltweit

Seit 2004 bündelt Bosch Rexroth die Entwicklung seiner Prüftechnik zur Qualitätsprüfung im Kompetenzzentrum Prüftechnik. So wird eine Vernetzung in der Prüftechnik im mittlerweile weltweiten Entwicklungs- und Fertigungsverbund sichergestellt. Auch die Prüfprozesse haben sich mit der Zeit verändert: Da bei der Kostenberechnung inzwischen jede Maschinensekunde zählt, müssen die Ingenieure immer raffiniertere Prüfmethoden entwickeln, die sich an die beschleunigten Produktionsprozesse an jedem weltweiten Fertigungsstandort anpassen. Denn die Güte der Erzeugnisse hat bei Bosch Rexroth nach wie vor oberste Priorität, weltweit.