Smart und schaltschranklos

Smart und schaltschranklos
Marginale Spalte
Inhalt

November 2015

 

Seit Jahrzehnten tragen intelligente Antriebslösungen von Bosch Rexroth zu innovativen Maschinenkonzepten bei. Mit IndraDrive Mi lassen sich neue, modulare Maschinenkonzepte ganz ohne Schaltschrank für die Antriebstechnik realisieren.

Mehr denn je steht die Produktivität von Maschinen und Anlagen im Fokus von Maschinenherstellern und -betreibern. Wurden bis in die 1990er-Jahre in Verpackungsmaschinen anspruchsvolle Bewegungsabläufe durch komplizierte Mechaniken realisiert, beispielsweise durch Kurvenscheiben oder Getriebe, so erledigen dies heute einzelne Servoantriebe mit intelligenten Softwarefunktionen. Maschinen arbeiten dadurch produktiver, da sie schneller und flexibler auf andere Produktformate umstellbar sind. Diese Flexibilität erfordert jedoch mehr Einzelantriebe und zwangsläufig mehr Schaltschrankvolumen für die Aufnahme der Leistungs- und Regelungselektronik. Zudem wuchs über die Jahre auch der Aufwand für die Verkabelung und die Kühlung dieser Schränke.

Jahrzehntelange Erfahrung

Diese Entwicklung wurde bereits 1979 von Bosch Rexroth mit dem weltweit ersten industriereifen und wartungsfreien Servomotor vorangetrieben. DIAX und EcoDrive waren dann die Ergebnisse der konsequenten Weiterentwicklung hin zur digitalen Antriebstechnik zu Beginn der 1990er-Jahre. Mit der Zeit wurden immer mehr Funktionen in die Antriebe integriert, zum Beispiel die zertifizierte Sicherheitstechnik für den umfassenden Schutz von Mensch, Maschine und Werkstück. Kontinuierlich entwickelten die Ingenieure die dezen­trale Intelligenz für elektrische Antriebe weiter. So kam 2003 die Baureihe IndraDrive auf den Markt. Mit dieser Lösung konnten Maschinenkonstrukteure die Flexibilität der Maschinen stetig erweitern.

Die Huckepacklösung

2007 gelang den Ingenieuren der Durchbruch ‒ mit IndraDrive Mi, dem ersten motorintegrierten Servoantrieb. Das Konzept: Jeder einzelne Motor trägt seine Antriebselektronik direkt auf dem „Rücken“, der Platz im Schaltschrank wird also frei. Für die Kommunikation und die Energieversorgung reicht ein einziges Kabel. Mit dieser ersten Generation ließ sich das Schaltschrankvolumen um 90 Prozent reduzieren.

Bereit für die Zukunft

Die zweite Generation brachte 2012 für die Anwender noch mehr Flexibilität. Durch die neue Multi-Ethernet-Kommunikation lassen sich die Servoantriebe leicht in die eigene Automatisierungsumgebung einbinden. IndraDrive Mi ist seitdem der kommunikationsfreudigste Antrieb am Markt. Darüber hinaus integrierte Bosch Rexroth die zertifizierte Sicherheitstechnik in diese dezentrale Antriebstechnik.

2014 machte das Unternehmen dann den gesamten Schaltschrank überflüssig. Durch die Entwicklung der Leistungsversorgung in der Schutzart IP65 eignet sie sich für den robusten Einsatz direkt in der Maschine. Somit sind keinerlei Komponenten des Antriebssystems im Schaltschrank. Maschinen lassen sich dadurch autark und komplett modular aufbauen und später einfach erweitern. Die Potenziale dieser Antriebslösung sind damit noch längst nicht ausgeschöpft: Umfangreiche Softwarefunktionen sowie die einfache Einbindung in unterschiedlichste Automatisierungsumgebungen prädestinieren sie für zukunftsweisende Industrie-4.0-Anwendungen.

Konventionelles System

Konventionelles System

 
Schaltschrankloses System

Schaltschrankloses System