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Die große Pressenschau

März 2013

 

Seit rund 60 Jahren fertigt Rexroth Komponenten für die Press- und Umformtechnik. Ein Überblick über die wichtigsten Entwicklungen.

 
 

Links: Steuerblock für eine Presse mit einem Gießgewicht des Blocks von rund 13 Tonnen. Rechts: Das größte Füllventil für Strangpressenanlagen und das kleinste Ventil in der Hand des Mitarbeiters.

Von Anfang an waren Rexroth-Komponenten und Pressen ein perfektes Paar: Seit den 1950er-Jahren unterstützt das Unternehmen eine stetig steigende Kundenzahl bei zahlreichen Projekten in diesem Bereich. Befeuert wurde das Wachstum vor allem durch die boomende Automobilindustrie, die gleichzeitig auch höchste Ansprüche an Zuverlässigkeit, Leistung und Austauschbarkeit der Komponenten stellte.

Um dem gerecht zu werden, setzen die Rexroth-Ingenieure seit Anfang der 1960er-Jahre große Stücke darauf, sich mit technisch immer ausgereifteren Lösungen bei den großen Autobauern zertifizieren zu lassen. Der Durchbruch im nationalen wie internationalen Geschäft gelang 1969.

 

Aktuelles Füllventil NG 500 für hydraulische Pressen, Durchflussmenge bis zu 90.000 Liter pro Minute.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich Rexroth vom Teilelieferanten zum Komplettanbieter für Pressenantriebe. Dazu rundeten spezielle Neuentwicklungen wie Füllventile oder Steuerblöcke das Angebot ab. Mitte der 1970er-Jahre steckten Rexroth-Antriebe in Diamantpressen, gigantischen Schrottscheren oder herkömmlichen Schmiedepressen.

Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre traten in Deutschland neue Unfallverhütungsvorschriften in Kraft. Davon profitierten die Bediener ‒ auch da die standardmäßig verbauten Steuerblöcke diese Vorschriften bereits erfüllten.

Mit zunehmender Weiterentwicklung der Press- und Umformtechnik rückte neben Leistung und Sicherheit vor allem die Präzision in den Fokus der Entwickler. Wieder war die Automobilindustrie einer der großen Treiber, die in den1980er-Jahren verstärkt auf Karosserieteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff setzte.

Solche mehrschichtigen Komponenten erforderten höchste Parallellauf- und Positionsgenauigkeit. Mit CNC-Achssteuerungen von Rexroth wurde die Positionsregelung von zwei oder mehr Achsen möglich. Einen bedeutenden Durchbruch in der Pressentechnik stellte die Entwicklung einer Presse für die Innenhochdruckumformung in den 1990er-Jahren dar, für die Rexroth Komponenten, Druckübersetzer sowie die Steuerung lieferte. Diese Technologie „bläst“ Werkstoffrohlinge durch einen hohen Flüssigkeitsdruck im Inneren auf, um sie in die gewünschte Form zu bringen.

Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Energieeffizienz versuchten in den vergangenen Jahren viele Hersteller und Anwender, die hydraulischen Antriebslösungen durch rein elektrische Konzepte zu ersetzen. Beide Lösungen besitzen nach Ansicht der Rexroth-Ingenieure großes Potenzial: Optimal kombiniert können sie die Anforderungen nach Kraftdichte und Energieeffizienz erfüllen. 2012 präsentierten die Ingenieure sowohl elektrohydraulische Pressenkonzepte als auch Hybridlösungen und weisen so in die Zukunft der Umformtechnik.