Der perfekte Pita-Packer

Der perfekte Pita-Packer
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Juli 2015

 

Sieben Sandwich-Sorten verpackt Kangaroo Brands Inc. in Kartons vier verschiedener Größen. Für schnelle Produktwechsel und einen hohen Durchsatz nutzt das Unternehmen eine mit Rexroth automatisierte Verpackungsmaschine.

Als Kangaroo Brands Inc. aus dem amerikanischen Milwaukee, Wisconsin, damit begann, Pitabrote und Sandwiches anzubieten, verpackten die Mitarbeiter sie einzeln per Hand. Bald wurden jedoch große Handelsketten wie Walmart auf die leckeren Snacks aufmerksam und die Nachfrage stieg Monat für Monat rasant an. „Weil wir nun auch große Einzelhändler und Großmärkte belieferten, mussten wir damit anfangen, unsere Pita-Sandwiches in Kartons verschiedener Größen zu verpacken“, erklärt Justin Rice, Werksleiter bei Kangaroo. Das Unternehmen nutzt vier unterschiedliche Packungsgrößen mit einem Fassungsvermögen von vier bis 14 Sandwiches.

Um der gestiegenen Komplexität und Menge der Verpackungsvorgänge gerecht zu werden, entschloss sich Kangaroo Brands, in eine automatische Verpackungsanlage zu investieren. Die sollte besonders schnell und effizient zwischen den Kartongrößen wechseln können und sich zudem auf engem Raum und während des laufenden Betriebs installieren lassen. Mit diesen Anforderungen wandte sich Rice an Ultra Packaging Inc. „Uns verbindet eine lange Partnerschaft mit Ultra Packaging und wir haben schon andere Maschinen von ihnen gekauft. Nach der Entscheidung, den Verpackungsprozess zu automatisieren, haben wir ihre Kartoniermaschine Veronica in Betracht gezogen.“

Weniger Kabel, geringere Kosten

Ultra Packaging hat diese siebenachsige Maschine für Anwendungen ausgelegt, die eine hohe Flexibilität und schnelle Formatwechsel erfordern. Die Veronica richtet Kartons aus flachen Zuschnitten auf, transportiert sie zum Befüllen durch die Mitarbeiter weiter, verschließt die Boxen und klebt sie zu. Für den reibungslosen Arbeitsablauf sorgt dabei die Plattform IndraDrive Mi von Rexroth; jede Maschinenachse wird durch einen eingebauten Antrieb bewegt. Die Einheiten bestehen aus einem Rexroth-Servomotor, bei dem die Antriebselektronik in das Motorgehäuse inte­griert ist. So können die Antriebe direkt in der Maschine verbaut werden und beanspruchen keinen Platz im Schaltschrank. Dadurch verringern sich auch die Kühlanforderungen für den Schaltschrank und die Teilekosten für die gesamte Maschine. Ein einziges Kabel für Energieversorgung und Kommunikation läuft vom Netzanschluss im Schaltschrank zum ersten IndraDrive Mi und von dort weiter zu den anderen Antrieben.

„Durch IndraDrive Mi von Rexroth konnten wir unsere Verkabelung und andere Maschinenkomponenten im Vergleich zu Vorläuferanlagen um bis zu 60 Prozent verringern“, erklärt Bob Stockus, Vice President bei Ultra Packaging. „Dadurch sanken die Kosten für die Verkabelung um 40 Prozent und wir sind bei der Montage vor Ort um 40 Prozent schneller.“ Das Herz der Maschine ist eine Motion-Logic-Steuerung L25 von Rexroth, die die synchrone Bewegung aller Achsen koordiniert. IndraMotion MLC ist eine hoch entwickelte Automatisierungsplattform, die eine große Bandbreite an offenen Schnittstellen bietet. Die Kartoniermaschine Veronica nutzt Sercos III, um die präzise und effiziente Synchronisation der Servoantriebe sowie die Steuerung der diversen Maschinenfunktionen sicherzustellen.

Schnelle Kartonwechsel

In der Prozesskette bei Kangaroo transportiert ein schräges Förderband die von zwei Schlauchbeutelmaschinen verpackten Sandwiches auf die Höhe des Transportbands der Veronica. Dort sitzen Mitarbeiter an acht Verpackungsstationen und legen die Sandwiches in die von der Maschine aufgefalteten Kartons. Ist eine Packung fertig gefüllt, wird sie von der Veronica verschlossen. Ein wichtiges Argument für die Maschine war laut Rice der einfache Wechsel zwischen den verschiedenen Kartongrößen. „In einer typischen Woche führen wir zwischen 16 und 18 Kartonwechsel für unsere Kunden durch. Der Vorgang dauert jetzt nur noch zehn bis 15 Minuten. Dafür haben wir vier Mitarbeiter ausgebildet, die den Wechsel über das Touchscreen-HMI an der Maschine ausführen.“

Hinter dieser Bedienung mit dem Rexroth Terminal VCP 35 mit 10-Zoll-Farbbildschirm steht eine Motion-Logic-Steuerung L25, die über IndraWorks programmiert wird. Sie erlaubt es den Bedienern, sowohl die Veronica selbst als auch die Transportbänder zu steuern, die die Produkte zuführen. Dank der modularen IndraDrive Mi ist auch die Integration zusätzlicher Achsen mit minimalem Aufwand möglich. Ein weiterer Grund, sich für die Veronica zu entscheiden, waren die geringen Abmessungen der Maschine, da der Platz in der Produktionshalle bei Kangaroo eingeschränkt ist. Deshalb integrierte Ultra Packaging die Steuerung der Förderbänder in die Steuerung der Veronica.

240 Sandwiches pro Minute

Dank automatisiertem Verpackungsprozess konnte Kangaroo seine Ausbringung deutlich steigern. Rund 240 Sandwiches pro Minute werden heute in die Kartons unterschiedlicher Größen verpackt. „Und falls Kangaroo die Produktion weiter erhöhen möchte, hat die Veronica Reserven“, erklärt Stockus. „Damit ist auch noch weiteres Wachstum möglich.“ Für das Unternehmen hat sich die Investition schon jetzt gelohnt. „Mit der Veronica konnten wir die Betriebskosten um 150.000 Dollar pro Jahr senken“, sagt Rice. „Die Anlage übertrifft unsere Erwartungen und wir erreichen regelmäßig unsere Produktionsziele. Die Veronica mit der Antriebs- und Steuerungsplattform von Rexroth ist eine effiziente Lösung, um die Anforderungen einer sich schnell wandelnden Produktionsumgebung zu erfüllen.“