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Das Industrie-4.0-Update für ältere Produktionslinien

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März 2017

 

Eine neue Lösung von Rexroth macht ältere Maschinen fit für Industrie 4.0. Der Testbetrieb im eigenen Werk in Homburg senkte die Ausfallkosten um 25 Prozent.

Wenn von Industrie 4.0 die Rede ist, stellt man sich meist nagelneue Produktionslinien vor. Dabei verfügen sehr viele Unternehmen über einen voll funktionsfähigen Maschinenpark – es fehlt einzig die Vernetzung. Mit dem neuen IoT Gateway bietet Rexroth die passende Lösung, um auch bestehende Anlagen in vernetzte Umgebungen einzubinden. Damit lässt sich zum Beispiel modernes Condition-Monitoring einfach und schnell nachträglich anbinden.

Schnelle Nachrüstung

Vor Markteinführung wurde das IoT Gateway bereits im eigenen Werk in Homburg eingesetzt, in dem Rexroth Hydraulikventile produziert. Fabian Borowski ist hier zuständig für alle Themen rund um Industrie 4.0: „Wir sehen in der Digitalisierung der Produktion die Chance, unser Werk zukunftsfähig aufzustellen. Bei der Umstellung müssen wir die Wirtschaftlichkeit aber immer im Blick behalten.“ Darum ist es seinem Team besonders wichtig, dass sich Hardware und Software mit möglichst wenig Aufwand nachrüsten lassen. Sie installierten das IoT Gateway an einem Prüfstand aus dem Jahr 2007, der die Ventile auf mögliche Verunreinigungen durch Partikel oder Späne untersucht. „Durch die webbasierte Konfiguration hat ein Elektromeister ohne Programmierkenntnisse die Inbetriebnahme innerhalb eines halben Tages abgeschlossen“, erzählt Borowski. Bei Nachrüstungen mit konventionellen Modulen rechne er sonst immer mit Arbeit für eine Woche.

Dank der einfachen, webbasierten Konfiguration ist die digitale Vernetzung bestehender Anlagen schnell abgeschlossen.

Dank der einfachen, webbasierten Konfiguration ist die digitale Vernetzung bestehender Anlagen schnell abgeschlossen.

 

Bedarfsgerechte Wartung

Durch das IoT Gateway ist der Homburger Prüfstand voll in das Produktionsinformationssystem integriert. Es leitet die Daten der Sensoren an den Production Performance Manager von Bosch Software Innovations weiter, der nun die Reinheit der Filter überwacht und auch Partikel und Wassergehalt im Öl sensorisch erfasst. Die Ergebnisse werden übersichtlich visualisiert und automatisch an die zuständigen Mitarbeiter geschickt. Die können dann etwa einen verschmutzten Filter rechtzeitig austauschen. Der nachgerüstete Prüfstand stellt jetzt jederzeit dokumentierte Daten für die Prozessqualität zur Verfügung und erfüllt damit eine wichtige Kundenanforderung. Gleichzeitig senkt die vorausschauende Wartung die Ausfallzeiten und reduziert deren Kosten um 25 Prozent. Borowski: „Die nachträgliche Vernetzung amortisiert sich innerhalb von 18 Monaten – ohne Berücksichtigung der Prozessverbesserungen. Deshalb binden wir derzeit 23 weitere Prüfstände per IoT Gateway an.“