Rasanter Tiefdruck

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Oben: Schneller am Markt: Installation der Tiefdrucklinie Aurora mit einer wellenlosen Automationslösung.

Infografik: Vorteile der Aurora

März 2013

 

Mit der Baureihe „Aurora“ läutet der Tiefdruckmaschinenhersteller Cerutti die modulare Ära für den Zeitschriften- und Katalogdruck ein.

 
 

Trotz Digitalisierung hat Print weiterhin großes Potenzial. Der Wettbewerbsdruck in der Branche ist jedoch enorm. Wer hier bestehen will, muss mit innovativen und effizienten Lösungen punkten. Das betrifft vor allem die Druckmaschinenhersteller. Mit der Baureihe Aurora entwickelte daher Officine Meccaniche Giovanni (O.M.G.) Cerutti ein erfolgreiches Konzept für eine Tiefdrucklinie, die vor allem im hochwertigen Zeitschriften- und Katalogdruck zum Einsatz kommt.

Der italienische Hersteller von Tiefdruckmaschinen setzt dabei auf eine komplett wellenlose Automationslösung von Rexroth und verkürzt damit die Time-to-Market um ein Drittel. So betrug die Durchlaufzeit bis zur Auslieferung der ersten Maschine von Cerutti an die brasilianische Mediengruppe Grupo Abril nur zwölf statt 18 Monate.

Die neue Welle

Bisher erfolgte die Synchronisation der Maschine mechanisch über Wellen und Getriebe. Ein Ansatz mit Nachteilen: Die Mechanik war verschleißanfällig, das Umrüsten zeitintensiv. Um ihre Funktionalität zu testen, war es zudem erforderlich, die Druckmaschine zunächst im Herstellerwerk komplett auf- und wieder abzubauen, bevor sie beim Kunden erneut montiert wurde.

Das trieb die Projektkosten in die Höhe und verlängerte die Lieferzeiten. Cerutti suchte deshalb nach einer Lösung, die Kosten, Zeit sowie Ressourcen spart und entschied sich für einen modularen Aufbau der Maschine.

Die Idee: die Druckwerke elektronisch synchronisieren. Eine zentrale Steuerung koordiniert die Einzelantriebe, die die Druckzylinder und den Bahntransport bewegen. Die Herausforderung dieser wellenlosen Technik liegt in der exakten und schnellen Echtzeitkommunikation zwischen Steuerung und Antrieben sowie zwischen den Steue rungen der einzelnen Module.

Erfahrener Partner

Die wellenlose Technik entwickelte Bosch Rexroth zusammen mit Herstellern von Rollendruckmaschinen. Das Konstruktionsprinzip ist mittlerweile seit fast 20 Jahren erfolgreich im Einsatz. Die Maschinenhersteller realisieren damit flexiblere und produktivere Konzepte schneller und günstiger.

„Die Unterteilung der Linie in unabhängige Module, die wir einzeln zusammensetzen und testen können, war unsere erste Wahl“, betont deshalb Italo Busto, Projektleiter bei O.M.G. Cerutti. Es ist jetzt möglich, Druckwerke und Module in Serie zu produzieren und direkt beim Kunden aufzubauen. Nachträglich können Anwender sogar weitere Stationen in die Druckmaschine einfügen.

Die Steuerung dieser Hochleistungsmaschine übernimmt die Systemlösung IndraMotion. Auf der Antriebsseite nutzt Cerutti das fein skalierbare Produktportfolio mit Servoantrieben und Lineartechnik sowie Hydraulik. Das präzise Zusammenspiel dieser Komponenten ist komplex, aber durch ein neues Bedienkonzept einfach steuerbar. An zehn Bedienterminals können Druckereimitarbeiter Einstellungen vornehmen und das Ergebnis direkt überprüfen. Das Umrüsten für neue Druckaufträge verkürzt sich zudem auf nur eine Stunde.

Schnell und effizient

Doch damit nicht genug: Die Makulatur konnte um bis zu 40 Prozent, Produktionsausfälle sogar um 50 Prozent verringert werden. Selbst beim Rollenwechsel läuft die Maschine mit voller Arbeitsgeschwindigkeit weiter. Und die ist beachtlich: Bei 51.000 Zylinderumdrehungen in der Stunde bedruckt die Aurora 900 Seiten pro Sekunde.

Das entspricht einer Geschwindigkeitssteigerung von 21 Prozent. Trotzdem benötigt die Maschine zwölf Prozent weniger Energie als mechanisch synchronisierte Maschinen ‒ die universelle Systematik Rexroth 4EE (Rexroth for Energy Efficiency) macht es möglich. Sie setzt schon bei der Konzeption der Maschine an, indem sie durch Simulationsmodelle Überdimensionierungen konsequent vermeidet. Energieeffiziente Produkte und Systeme sowie der Rückgriff auf bislang ungenutzte Energien durch Rückgewinnung und Speicherung ergänzen das Maßnahmenbündel.

Das überzeugt die Printindustrie: Zwei weitere Maschinen konnte Cerutti bereits installieren – innerhalb nur eines Jahres nach dem Start des Prototyps. Dank dem neuen Konzept ist damit das nächste Verlagshaus der Konkurrenz um eine Nasenlänge voraus.