Marginale Spalte

Die heißen Stahlrohlinge liegen beim Transport direkt auf dem Band.
Foto: Hirschvogel Eisenach GmbH

Heiße Eisen

Juli 2013

 

Zahnketten von Rexroth Pneumatics transportieren 1.200 Grad heiße Stahlrohlinge nahezu verschleißfrei.

 
 

Die Hirschvogel Eisenach GmbH produziert Fahrzeugteile für namhafte Automobilhersteller und konzentriert sich dabei auf die Massivumformung von Stahl. Die zeitgenaue Lieferung von Produkten in höchster Qualität ist unerlässlich, zuverlässige Produktionsmittel sind daher ein Muss.

Das hohe Arbeitstempo im Dreischichtbetrieb sowie die extremen Umgebungsbedingungen bei der Warmumformung stellen hohe Anforderungen an alle Fertigungskomponenten: Besonders der Transport der rot glühenden Werkstücke zwischen den einzelnen Bearbeitungsstationen ist eine Herausforderung. Bei der Verkettung ihrer Neuanlagen setzt die Hirschvogel Eisenach GmbH deshalb auf robuste Transportzahnketten von Rexroth Pneumatics.

Harte Bedingungen

Anlagen wie Gesenkschmiedepressen werden für den rauen Betrieb ausgelegt und sind entsprechend robust. Bei der Verkettung mit Plattenbändern traten jedoch Verformungen, Führungsprobleme und starker Verschleiß auf. Ein Grund: die Hitze. Jetzt liegen die rot glühenden, rund 1.200 Grad heißen Stahlrohlinge beim Transport direkt auf den Zahnketten von Rexroth Pneumatics auf. Diese halten dem stand: Sie sind aus hochvergütetem Stahl gefertigt und laufen auf Kettenrädern aus vakuumgehärtetem Werkzeugstahl. Durch ihren lamellenförmigen Aufbau dehnen sie sich nur geringfügig aus und die besondere Verzahnung verhindert überdies die Beschädigung der Fracht.

Kaum Verschleiß

Durch die Erwärmung bildet sich auf den Stahlteilen Zunder, der sich beim Transport löst, herabrieselt und sich an den Zahnkettengliedern festsetzt. Damit dadurch möglichst wenig Verschleiß entsteht, werden die Ketten bei jedem Umlenken über das Zahnrad durch zusätzliche Reinigungsscheiben gesäubert. Das gewährleistet die Funktionssicherheit und die lange Lebenszeit der Kette. Und dies, obwohl sie trotz hoher Transfergeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde ohne Schmiermittel auskommen muss – es würde in der Hitze verkohlen und zusätzliche Verschmutzung verursachen.

Die längste Kette, die im Werk Eisenach eingesetzt wird, misst zehn Meter mit einem Achsabstand von fünf Metern. Dieser breite Abstand sowie immer wieder quer zum Transportband geschobene Werkstücke machten eine verstärkte Führung der Kettenglieder notwendig. Sie sorgt für mehr Stabilität und eine Erhöhung der Standzeit durch die verringerte Abnutzung der Führungslaschen.

Dennis Reinhardt, Mitarbeiter der Instandhaltung der Hirschvogel Eisenach GmbH zieht ein durchweg positives Fazit: „Zuvor mussten wir das Transportband alle drei Monate austauschen. Im Gegensatz dazu planen wir den Wechsel der Transportzahnketten jetzt im Umfeld der planmäßigen jährlichen Anlagenwartung mit ein, wobei ein Austausch der Transportzahnkettenbänder erst nach zwei Jahren erforderlich ist.“