Eine Linie, alle Möglichkeiten

Marginale Spalte

Oben: Joaquin F. Garcia im Gespräch mit dem für die Montagelinie verantwortlichen Gonzalo Parrado und Rexroth-Vertriebsingenieur Jesús Abollado Fernández.

Ideale Montagebedingungen für Produkte unterschiedlicher Größe: Blusens setzt auf eine flexible Montagelinie.

Die ergonomischen Arbeitsplätze bieten den Mitarbeitern das notwendige Zubehör, der Werkstückträger schützt die Produkte vor elektrostatischer Aufladung.

Die ergonomischen Arbeitsplätze bieten den Mitarbeitern das notwendige Zubehör, der Werkstückträger schützt die Produkte vor elektrostatischer Aufladung.

März 2011

 

Unterhaltungshightech vom kleinen MP3-Player bis zum großen LED-Bildschirm fertigt Blusens Global Corporation auf seiner neuen, automatisierten Linie. Die muss vor allem eines sein: flexibel.

 
 

Bei Blusens im spanischen Santiago de Compostela herrscht Hochstimmung: Der Hersteller moderner Unterhaltungselektronik verbucht jährliche Wachstumsraten von bis zu 200 Prozent. Denn LCD- und LED-Fernseher stehen hoch im Kurs, ein Abflauen des Booms ist nicht in Sicht. Mit der rasanten Entwicklung der Elektronikbranche will Blusens weiterhin Schritt halten und hat sich darum für eine Montagelinie von Rexroth entschieden, auf der das Unternehmen Fernseher, Festplatten und MP3-Player montiert.

Prozesse einfach anpassen

Anpassungsfähigkeit stand ganz oben auf der Liste der Anforderungen: „Wir haben nach einer Montagelinie gesucht, die flexibel genug ist, um viele verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Maßen zu fertigen“, betont Joaquin F. Garcia, Leiter Kundendienst bei Blusens. „Außerdem gibt es bei Rexroth alles aus einer Hand“, fügt er hinzu.

Rexroth überzeugte mit seinen Automatisierungslösungen und den leicht zu integrierenden Komponenten. Basis für die neue Fertigungslinie ist das Transfersystem TS 2plus. Die verwendeten Antriebsketten und Werkstückträger leiten elektrische Ladung ab. Durch diese Electrostatic Discharge (ESD) werden empfindliche Elektronikbauteile vor Schäden geschützt.

Bei Blusens bildet die Anlage ein rund 16 auf 1,5 Meter großes Karree mit jeweils zehn Arbeitsplätzen auf jeder Seite, also insgesamt 20 Arbeitsplätzen. Mit Hub-Quereinheiten erfolgt der Transport auf die Gegenseite und Hub-Dreheinheiten sorgen für die richtige Orientierung der Werkstückträger an den Arbeitsstationen.

Die Transferanlage ist zudem mit einem Pufferplatz pro Arbeitsplatz ausgestattet. Auf diesem können die Werkstückträger „geparkt“ werden, bevor an der nächsten Station die weitere Montage erfolgt. Dort bremsen gedämpfte Vereinzeler die Träger schonend ab. Positioniereinheiten heben sie wenige Millimeter an und trennen sie von der Transportkette, damit während der Bearbeitung keine Reibung auf dem Förderband entsteht.

Einheiten zur Druckluftaufbereitung versorgen Pistolen zum Abblasen der Teile mit optimaler Druckluft.

 

Rexroth hat die Linie für die Bearbeitung von Produkten mit unterschiedlichen Größen optimiert. Denn das Produktspektrum ist breit: Blusens montiert auf der Linie MP3- und MP4-Geräte ebenso wie Festplatten und LED- oder LCD-Fernseher mit Bildschirmdiagonalen von 15 bis 26 Zoll. Werden kleinere Produkte montiert, für die nur wenige Arbeitsschritte nötig sind, fahren die 640 mal 640 Millimeter großen Werkstückträger nach einem vorgegebenen Zeitraum automatisch weiter.

Bei der Arbeit mit größeren Produkten, die mehr Zeit in Anspruch nehmen, erfolgt der Weitertransport manuell, indem der Bearbeiter einen Transportschalter betätigt. Die Pufferplätze lassen sich zudem außer Funktion setzen. Weil dort dann keine Werkstückträger parken, bleibt zwischen den aufeinanderfolgenden Produkten mehr Platz. Das verhindert ein Zusammenstoßen großer Bauteile an zwei benachbarten Bearbeitungsstationen. Einzelne Arbeitsplätze können komplett ausgeschaltet werden, wenn Bauteile nicht alle Stationen durchlaufen müssen.

Das erhöht das Tempo und sorgt für kürzere Produktionszyklen. Die einzelnen Funktionen lassen sich an jedem Arbeitsplatz über ein IndraLogic Touchdisplay auswählen. Rexroth programmierte die Anlage und nahm sie elektrisch in Betrieb.

Ergonomisch und produktiv

Manuelle Produktionssysteme von Rexroth bieten dem Bediener Beweglichkeit, Ergonomie und gute Zugänglichkeit zu allen Werkzeugen an jedem Arbeitsplatz. Einheiten zur Druckluftaufbereitung versorgen Pistolen zum Abblasen der Teile mit optimaler Druckluft, für das notwendige Zubehör sind außerdem Steckdosen und Kabel mit lastregulierten Federn zum Halten der Schraubvorrichtungen angebracht.

Das ist ergonomisch und ökonomisch sinnvoll: „Mit diesen ergonomischen Verbesserungen können wir unsere Produktivität, je nach Art des Produkts, um circa 25 Prozent erhöhen“, erklärt Joaquin F. Garcia. Das passt gut ins Konzept, denn Blusens will weiter wachsen.

Fit für die nächste Automatisierungsstufe

Die Aufteilung der Linie in vier Zonen macht sie für künftige Aufgaben schnell und einfach veränderbar. Das spiegelt sich auch im elektrischen und mechanischen Layout wider: In jeder Zone wird die Steuerung über ein Feldbusmodul realisiert. Pneumatische Ventilträgersysteme, die an den Feldbus angebunden sind, ermöglichen die Betätigung der Hub-, Halte- und Stellfunktionen.

Die einfache Anbindung über elektrische I/O-Module macht flexibel, denn die einzelnen Zonen lassen sich unabhängig voneinander umbauen und neu verkabeln. Zudem ist es möglich, die manuellen Arbeitsplätze zukünftig mit einem Robotersystem zu automatisieren, um höhere Produktionskapazitäten stemmen zu können. Für die nächste Automatisierungsstufe haben die Ingenieure damit bereits die Basis gelegt.