Marginale Spalte

Neu überdacht

Juli 2014

 

Mit dem Kettenfördersystem VarioFlow Karosserieteile hängend zu transportieren spart Platz und erleichtert das Handling. Speziell für einen Automobilhersteller entwickelte Bosch Rexroth eine innovative Lösung, die diese Methode auch für Dachhimmel praktikabel macht.

 
 

Individuelle Ausstattungen sind bei Fahrzeugen der gehobenen Klasse Trumpf. Das gilt auch für die Dachhimmel. Zwanzig verschiedene Ausführungen für zwei bis drei Fahrzeugmodelle sind keine Seltenheit.

Zur Herstellung dieser Variantenvielfalt ist der Transport der Dachhimmel zu einer Laserbearbeitungsstation erforderlich. Dafür wünschte sich der Automobilhersteller ein Fördersystem, das nicht nur Platz spart, sondern auch das Handling erleichtert.

Perfekt angepasst

In enger Zusammenarbeit mit dem Systemintegrator Woll entwickelte Bosch Rexroth eine spezielle Kundenlösung, die den Transport der Dachhimmel über eine Hängebahn ermöglicht. Dazu wurde das Kettenfördersystem VarioFlow 90 mit einer längeren Ausführung von Werkstückträgern ausgestattet, an denen Bügel befestigt sind.

Statt auf dem Förderband liegend, schweben die bis zu sechs Kilogramm schweren Dachhimmel vertikal und platzsparend an den Bügeln hängend in einer Höhe von rund drei Metern direkt zum Roboter an der Bearbeitungsstation. Der nimmt sie ab und setzt sie in eine Vorrichtung, die sich um 180 Grad in die Laserbearbeitungsstation dreht.

Nach der Bearbeitung dreht sich die Vorrichtung erneut um 180 Grad und entlässt das fertige Werkstück aus der Station. Der Roboter entnimmt die Dachhimmel, hängt sie wieder in die Hängebahn ein und transportiert sie zur Abnahme.

Fast von allein

Ein ganz wesentlicher Nutzen des Fördersystems liegt darin, dass die Mitarbeiter während der Bearbeitung der Werkstücke anderen Aufgaben nachgehen können. Nur das Befüllen des Systems und das Abhängen der fertigen Dachhimmel erfordert noch Handarbeit. Hängt eine Charge erst einmal in der Anlage, arbeitet sie selbstständig sämtliche Werkstücke ab und puffert sie am Ende. So können sie nicht nur in einem einzigen Arbeitsgang abgenommen werden, sondern auch dann, wenn es in den Zeitplan passt.

Der Anlagenbetrieb ist also auch während Pausen oder nach Schichtende gewährleistet. Mit der in dieser Anwendungsform bisher einzigartigen Lösung bedient der Automobilhersteller derzeit vier komplette Linien.

 
 

Es geht fast von allein: Lediglich beim Befüllen des Kettenfördersystems VarioFlow und beim Abhängen der fertigen Dachhimmel ist Handarbeit gefragt.

Der Transport zum Roboter an der Laserbearbeitungsstation erfolgt vollautomatisch.