Inhalt
PI 111-13 17.10.2013

Zwischen Stofftier und Steuerungstechnik

Zwischen Stofftier und Steuerungstechnik

Dr. Markus Stiegeler genießt es seine Tochter aufwachsen zu sehen. Der Entwicklungsingenieur bei Bosch Rexroth in Elchingen nahm sich zwei Jahre Elternzeit.

Bosch Rexroth bietet seinen Mitarbeitern immer flexiblere Elternzeitmodelle

Fachkräfte in Elternzeit sind noch nicht die Regel – doch Unternehmen bieten vielseitige Möglichkeiten für eine individuelle Betreuungsphase. Von flexiblen Arbeitskonzepten profitieren beide Seiten.

Der kleine Moritz hat schon wieder Hunger. Nach kurzem Quengeln beginnt er zu schreien, so laut wie er es mit seinen fünf Monaten eben vermag. Gleich darauf ist sein Vater zur Stelle, nimmt ihn auf den Arm und redet beruhigend auf ihn ein. Es ist halb vier in der Früh, an eine erholsame Nachtruhe ist heute – wie in den vergangenen Wochen auch – kaum zu denken. Ein typischer Alltag mit einem Baby, untypisch ist nur, dass sich der Vater gleichermaßen in der Betreuung engagieren kann. Karim Saad, 42, Marketing-Referent bei Bosch Rexroth, befindet sich in Elternzeit.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Karriere ist für viele junge Eltern von großer Bedeutung. Nicht selten haben die staatlichen Förderprogramme, insbesondere deren Umsetzung in den Betrieben, maßgeblichen Einfluss auf die Familienplanung. Sei es, weil die junge Familie auf zwei Gehälter angewiesen ist, oder weil auch die Mutter einen eigenen Karriereplan verfolgt – trotz Kindern. Bei Bosch Rexroth, die weltweit aktive Bosch-Tochter für Antriebs- und Steuerungstechnologien, ist eine breite Unterstützung während der Elternzeit, selbstverständlich unabhängig vom Geschlecht des Antragstellers. Mehr noch: Mit modernen und flexiblen Instrumenten will das Unternehmen Arbeitsbedingungen schaffen, die den Lebensumständen der Mitarbeiter gerecht werden und gleichzeitig Innovation und Effizienz fördern. Im Bosch-Konzern sind diese Bestrebungen unter „Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit“ zusammengefasst, ein Label für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmensgruppe, das gleichsam nach innen und außen wirken soll.

Bei der flexiblen Gestaltung der Elternzeit geht der Plan auf. So entschied sich Karim Saad für eine Teilung seiner Elternzeit in drei zweimonatige Phasen, während derer er noch zwei Tage die Woche arbeitete – bis zu 30 Stunden pro Woche sind per Gesetz während der kindbedingten Auszeit erlaubt. Auch Katharina Buchholz, Mutter des inzwischen 15-monatigen Hannes, verknüpfte ihre Elternzeit mit einem Teilzeitmodell. Im Verlauf ihrer zweijährigen Elternzeit, die sich unmittelbar an die Mutterschutzfrist anschloss, steigerte die Mitarbeiterin der Qualitätssicherung im Bosch Rexroth-Werk in Witten stufenweise ihre Bürozeiten: Nach sieben Monaten startete sie mit zehn Wochenstunden, erhöhte dann auf 20 und schließlich auf 27,5 Wochenstunden. In beiden Fällen mit voller Unterstützung des Unternehmens.

Über diese Unterstützung freut sich auch Dr. Markus Stiegeler. Der Entwicklungsingenieur für Hybridantriebe und Baggersteuerungen am Standort Elchingen hat nach der Geburt seiner Tochter Marlene zwei Jahre Elternzeit beantragt. Sechs Monate davon verbrachte er komplett mit der Familie, die übrige Zeit arbeitete er 30 Wochenstunden „Meine Wünsche und Vorschläge für die einzelnen Phasen wurden in vollem Umfang umgesetzt“, berichtet Dr. Stiegeler. „Das lief mit allen Ansprechpartnern reibungsfrei, obwohl eine sechsmonatige Auszeit noch nicht die Regel ist.“

Die Unterstützung junger Eltern folgt bei Bosch Rexroth der Überzeugung, dass eine flexible Arbeitszeitregelung und Arbeitsorganisation zum Selbstverständnis einer modernen Unternehmenskultur gehört. Selbst in fertigungsnahen Bereichen bemüht sich der Betrieb um individuelle Lösungen für besondere Lebensphasen der Mitarbeiter – wie das Beispiel von Dr. Stiegeler zeigt. Der partnerschaftliche Umgang drückt einerseits die Wertschätzung für die Angestellten aus, soll andererseits die unternehmerische und die Eigenverantwortung der Mitarbeiter erhöhen. „Erwerbsarbeit bei Bosch Rexroth ist einer grundlegenden Veränderung unterworfen“, urteilt Dr. Ingo Rendenbach, Senior Vice President Human Ressources. „Wenn wir von unseren Mitarbeitern Flexibilität fordern, müssen Arbeitszeitregelungen, Arbeitsräume und Verantwortlichkeiten ebenso gestaltet sein.“

Der selbstverständliche Umgang mit den Wünschen der Angestellten in Sachen Elternzeit ist also auch Beleg eines Wandels der Unternehmenskultur. Bei den Mitarbeitern kommt das gut an. „Mein Vorgesetzter hat mich von Anfang an unterstützt und sich sehr flexibel gezeigt, obwohl mein Anliegen sehr kurzfristig kam“, freut sich Karim Saad. Innerhalb weniger Wochen hat Saad die Elternzeit mit seinem Vorgesetzten und der Personalabteilung geregelt und dann auch gleich in Anspruch nehmen können.

Seine Kollegin aus Witten hat sogar parallel zur Elternzeit an ihrer Karriere gebastelt: Schon in der ersten Phase besuchte die studierte Wirtschaftsingenieurin drei Seminare für Nachwuchsführungskräfte. „Ich finde es noch heute großartig, dass die Fortbildung damals möglich war“, schwärmt die 31jährige. „Das Schwierigste daran war, mich für ein paar Tage von Hannes zu trennen. “ Mit der Rolle als berufstätige Mutter kommt sie gut zurecht: „Ich musste mich keinen Moment zwischen Familie und Karriere entscheiden. Im Gegenteil: Bosch Rexroth hat sich bemüht, aus jeder Situation das Beste für alle Beteiligten zu machen.“

Sicher würden nicht alle der jährlich mehr als 800.000 Elterngeldempfänger so urteilen. Unternehmen wie Bosch Rexroth versuchen inzwischen jedoch, sich auch über ein hohes Maß an Flexibilität bei Arbeitszeit und Arbeitsplatz von der Konkurrenz um Fach- und Führungskräfte abzusetzen. Das Entgegenkommen in Zeiten, in denen Arbeitnehmer auf große Beweglichkeit angewiesen sind, vertiefe die Bindung zum Unternehmen, ist sich Rendenbach sicher. „Das ist ein wichtiges Kriterium, um qualifizierte Kräfte, die womöglich selbst ausgebildet wurden, langfristig zu halten.“ Von diesen Überlegungen profitieren junge Eltern, für die individuelle Modelle besonders wichtig sind – etwa wenn sich die Eingewöhnungsphase in der Kita länger als geplant hinzieht. Widerstände in der Personalabteilung oder von den Kollegen als „Windelvolontär“ verhöhnt zu werden, müssen auch Väter hier nicht fürchten.

Auch nicht mit Nachteilen beim Wiedereinstieg. „Sorgen um meinen Arbeitsplatz hatte ich zu keiner Zeit“, berichtet Dr. Stiegeler. „Im Gegenteil: Mit meinem Vertreter habe ich mich bei Bedarf abgestimmt, bei Treffen mit Kollegen konnte ich mich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden halten.“ Die Anerkennung für die beruflichen Leistungen wurde durch die Entscheidung pro Elternzeit nicht geschmälert. Das erleichtert innerfamiliäre Planungen für die Betreuung. So kann sich der promovierte Ingenieur auch eine zweite Elternzeit für das kürzlich geborene Geschwisterchen vorstellen. „Das Unternehmen war präsent während der Elternzeit, drängte sich aber nicht auf. Die Balance hat gepasst“, bestätigt auch Katharina Buchholz. „Ich hatte immer das Gefühl, die Abteilung rechnet weiter mit mir, gleichzeitig bekam ich die Zeit, die ich mir wünschte. Perfekt!“

Moritz hat zu alldem noch keine feste Meinung. Er ist jedoch sichtlich zufrieden, dass auch sein Papa viel Zeit mit ihm verbringt. Im November ist es wieder soweit: Dann beginnt für Karim Saad die zweite Phase seiner Elternzeit. Er freut sich darauf – hofft aber auf ein paar störungsfreie Nächte.


Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering, Fabrikautomation sowie Erneuerbare Energien für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Pneumatik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die über 37.500 Mitarbeiter 2012 einen Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com


Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2012 mit rund 306.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 52,5 Milliarden Euro. Seit Anfang 2013 gilt eine neue Struktur mit den vier Unternehmensbereichen Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 360 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 50 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2012 gab Bosch rund 4,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete rund 4.800 Patente weltweit an. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern und Technik fürs Leben weltweit anzubieten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de

 

Pressesuche


Kontakt

Jana  Benzinger
Maria-Theresien-Straße 23
97816 Lohr a. Main
Telefon: +49 9352 18-1589
Fax: +49 9352 18-1812
jana.benzinger@boschrexroth.de




Das könnte Sie auch interessieren

04.10.2016
Presseinformation

Zukunftsweisende Zusammenarbeit: Bosch Rexroth gemeinsam mit Vertriebspartnern auf der Motek 2016

Bosch Rexroth hebt die Zusammenarbeit mit seinen Vertriebspartnern auf eine neue Stufe: Erstmals wird der Hersteller und Lieferant von Automationstechnologien gemeinsam mit drei weiteren Unternehmen auf der internationalen Fachmesse Motek vertreten sein. So werden die teamtechnik Industrieausrüstung GmbH, die PTS Automation GmbH und die DFS Montageautomation GmbH in Halle 4, Stand 4305 jeweils eigene Lösungen am Bosch Rexroth Messestand präsentieren. Mit der Partnerschaft unterstreichen die vier Unternehmen ihren Anspruch, Kunden noch umfassender, intensiver und vielfältiger zu betreuten, damit diese ihre Automatisierungsprojekte so effizient wie möglich umsetzen können. Besucher der Motek erwarten vom 10. bis zum 13. Oktober in Stuttgart neben Highlights aus der Montage- und Lineartechnik wegweisende Komponenten und Systemlösungen für die Umsetzung von Industrie 4.0-Anwendungen.


17.02.2016
Presseinformation

Industrie 4.0 praxisnah vermitteln

Industrie 4.0 wird die Arbeitsinhalte in der Produktion und der Logistik schnell und dauerhaft verändern, darin sind sich alle Experten einig. Das wirkt sich auch auf die Lerninhalte und die Ausrüstung in der technischen Aus- und Weiterbildung aus. Die Drive & Control Academy von Bosch Rexroth unterstützt betriebliche und schulische Ausbilder sowie Hochschulen mit Schulungen, Trainingssystemen und modernen Medien rund um das Thema Industrie 4.0.