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, 08.09.2017

Die Fabrik der Zukunft schafft Mehrwert durch Flexibilität und Agilität

Dr. Heiner Lang, Leiter der Business Unit Automation & Electrification Solutions, Bosch Rexroth AG

Die Software-Industrie hat vor ein paar Jahren den Anfang gemacht und ihr altes Geschäftsmodell über Bord geworfen. Verkaufte sie früher noch einmalig Programme auf CD, setzen die IT-Anbieter von Adobe bis SAP heute auf Abonnement-Modelle mit regelmäßigen Lizenzeinnahmen. Auch in der Automobilindustrie, der wichtigsten Abnehmerbranche für Werkzeugmaschinen, bahnt sich ein solcher Umbruch an. Wenn man mit Automobilunternehmen über die Zukunft spricht, sehen sie sich immer weniger als reine Hersteller von Autos, die ihre Produkte immer wieder an die gleichen Fahrer verkaufen. Zusätzlich wollen sie sich mit Car-Sharing Modellen als Mobilitätsunternehmen etablieren, die auch selbst Fahrzeuge betreiben. Im Ergebnis werden sich Seriengrößen deutlich verringern - mit erheblichen Auswirkungen auch auf das zukünftige Produktionsumfeld. Es wird noch höhere Ansprüche an Wandlungsfähigkeit stellen als bisher, zumal die Produktlebenszyklen kürzer werden und damit die Stückzahlen weiter sinken.

Diese Entwicklung, bei der nicht mehr in den gewohnten Größenordnungen vorausgeplant werden kann, wird deutlich mehr Flexibilität und Agilität in der Fertigung erfordern, realisierbar nur durch die Entkopplung von Hardware und Software in der Automatisierung. Die Bosch Rexroth AG treibt diese Entwicklung mit einem breiten Produktspektrum vom Sensor über Steuerungs- und Antriebstechnik bis hin zu Softwarelösungen maßgeblich voran. Alle Module, Softwarepakete und Services bewähren sich zunächst in den eigenen Werken. Für uns kristallisieren sich nach vier Jahren dieser Umsetzungserfahrung mit Industrie 4.0 drei wichtige Erkenntnisse heraus, auf deren Basis wir unsere Automatisierungslösungen für die Zukunftsfabrik entwickeln:

Erstens: Die einzigen ortsfesten Elemente der Fabrik der Zukunft werden die vier Wände, das Dach und der Hallenboden sein. Alles andere wird variabel und mobil sein und über eine eigene, dezentrale Intelligenz verfügen. Das Konzept der verteilten Intelligenz wird noch stärker als bisher alle Antriebstechnologien, auch die elektrifizierte Hydraulik und Mechanik, prägen.

Zweitens: Verteilte Intelligenz und Konnektivität über offene Standards gehören untrennbar zusammen. Offene Kommunikationsprofile und standardisierte Schnittstellen bilden das Gerüst für die herstellerübergreifende Kommunikation von Komponenten und Maschinen innerhalb der Fertigung. Darüber hinaus werden Steuerungen in Zukunft in allen gängigen Hochsprachen programmierbar sein müssen. Damit implementieren Hersteller und Betreiber wirtschaftlich und schnell ihre proprietären Technologielösungen und stellen ein optimales, für den Bedarfsfall angepasstes Produkt zur Verfügung.

Drittens: Flexibilität und Agilität in der Fertigung muss auch mit heute bereits installierter Basis möglich sein. Hier werden sich Nachrüst- oder Retrofit-Lösungen durchsetzen, die mit eigener Steuerungsintelligenz und Sensorik aufwarten und sich mit Mehrwert in die übergeordnete Maschinensteuerung integrieren.

Die verteilte Antriebs- und Steuerungsarchitektur mit durchgehender Konnektivität befähigt die Fabrik der Zukunft modern, flexible und agil zu produzieren. Komponenten mit eigenem Antrieb und Steuerung integrieren sich in den Fertigungsverbund, kommunizieren mit und lernen von Partnern um gemeinsam optimierte Betriebszustände zu erzielen. Sie liefern zukünftig wertvolle Daten für die Zustandsdiagnose zur präventiven Instandhaltung aller an der Fertigung beteiligten Maschinen, und verbessern ihre Maschinenverfügbarkeit selbstständig. In vielen Industrien werden nur Hersteller erfolgreich sein, die im Sinne der Zukunftsfabrik ihre Herstellkosten, kurze Lieferzeit und Qualität auch bei Losgröße eins beherrschen.

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Mehr Informationen über Bosch Rexroth unter: www.boschrexroth.com/press

Bosch Rexroth auf der EMO: Halle 25, Stand D 94

 

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susanne.herzlieb@boschrexroth.de




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