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07.02.2014

Maschinen mit Fingerwisch in Betrieb nehmen

Aus dem Privatleben gewohnte Bedienung erobert Automatisierung


Elektronisches Flugticket, Banküberweisungen oder Navigationsgerät: Smartphones und Tablet-PCs entwickeln sich für immer mehr Menschen zu unentbehrlichen Helfern in der digitalen Welt. Millionen von Apps für alle Lebenslagen und die einfache Bedienung per Fingerwisch prägen den Umgang mit Kommunikationstechnik. Jetzt hat Rexroth dieses Tor auch in die Maschinenwelt geöffnet. Mit dem Softwareportfolio Open Core Engineering und dessen Schnittstellentechnologie Open Core Interface können Maschinenhersteller Smart Devices erstmals vollwertig für die Inbetriebnahme, Diagnose und Bedienung einsetzen. Damit hält die aus dem Privatleben gewohnte einfache Bedienung von Endgeräten Einzug in die Fabriken.


Zunächst wurden sie als Spielzeug belächelt: Smartphones und Tablet-PCs. Aber sie haben das tägliche Leben revolutioniert. Milliarden Menschen rufen damit von beliebigen Standorten Informationen ab, laden sich kleine Applikationsprogramme herunter, kaufen online ein und steuern zunehmend ihre Haustechnik. Anstelle von Computermaus und Tastatur reichen zwei Finger, um zu blättern, zu zoomen oder zu bestätigen. Diese einfache Bedienung fordern jetzt auch Maschinenanwender immer stärker ein. Denn damit können sie ihren Schulungsaufwand deutlich reduzieren.


Die Schnittstellentechnologie Open Core Interface von Rexroth erschließt erstmals den gesamten Bedienkomfort und die Mobilität von Smartphones und Tablet PCs für die Automatisierungstechnik. Maschinenhersteller programmieren in einer Programmierumgebung auf den Betriebssystemen der Smart Devices ihre Bedien- und Diagnoseoberflächen als „Apps“. Open Core Interface sorgt dafür, dass die Maschinensteuerung die Befehle dieser Applikationsprogramme direkt versteht und ausführt. Dazu sind keinerlei Programmierungen an der Steuerung notwendig. Das ist entscheidender Fortschritt, denn die marktüblichen Steuerungen verstehen nur die Programmiersprachen der Automatisierungswelt.


Die ersten Apps für die Inbetriebnahme und Bedienung von Maschinen zeigen, wie kreativ Smart Devices den Umgang mit Maschinenfunktionen vereinfachen. So nutzt beispielsweise Glaub Automation die Beschleunigungssensoren von Tablet-PCs, um Achsbewegungen zu programmieren. Wollte ein Inbetriebnehmer bislang eine Achse bewegen, musste er eine Vielzahl von Daten eingeben: die Strecke, die Endposition, die Beschleunigung, die Höchstgeschwindigkeit und das Abbremsen vor der Endposition. Bei der von Glaub Automation entwickelten App legt der Bediener seine beiden Daumen auf zwei stilisierte Fingerabdrücke auf dem Display des Tablet-PCs. Dann neigt er das Gerät zur Seite und die Achse bewegt sich. Je stärker Neigung, desto stärker beschleunigt der Antrieb. Sobald ein Daumen die Fingerabdrücke loslässt, stoppt die Achse. Bei anderen Apps schiebt der Inbetriebnehmer Regler auf dem Display, um die Beschleunigung festzulegen.


Auch die Diagnose von Maschinen wird durch Smart Devices und Apps wesentlich schneller und einfacher. Wartungstechniker können sich - bei entsprechender Berechtigung - mit ihrem Smartphone drahtlos nacheinander in verschiedene Maschinen einwählen. Sie rufen von jedem Ort aus alle Diagnosedaten mit einer Bedienoberfläche ab. Die Navigation erfolgt durch Fingerwisch. Im Fehlerfall können sie sogar Parameter verändern, und damit einen Maschinenstillstand zu beheben.


Als erste reine Software Lösung wurde Open Core Engineering von Rexroth 2013 mit dem renommierten Technologiepreis HERMES AWARD ausgezeichnet. Open Core Engineering verbindet die bisher getrennten SPS- und IT-Welten in einem durchgängigen Lösungsangebot aus offenen Standards, Software-Tools, Function Toolkits und dem Open Core Interface. Dazu hat Rexroth den Steuerungskern für einen erweiterten Zugriff geöffnet. Maschinenhersteller können jetzt in einer Vielzahl von Hochsprachen und Betriebssystemen eigenständig individuelle Funktionen erstellen, die parallel zur Firmware direkt auf der Steuerung oder auf externen Geräten ablaufen. Somit können Maschinenhersteller beispielsweise auch Smart Devices vollwertig in die Automatisierung einbinden und deren Bedienfunktionen nutzen.

 

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