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Lohr am Main, 08.01.2014

Neue Impulse für den Innovationstreiber Software

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG

Software ist bereits heute einer der wichtigsten Treiber für Innovationen: Für die wirtschaftliche Fertigung auch kleinster Stückzahlen können Hersteller mit Hilfe von Software einzelne Bearbeitungsstationen flexibel für die Herstellung unterschiedlichster Produkte kombinieren. Software beschleunigt Engineering und Inbetriebnahme und ermöglicht effiziente und sichere Abläufe. Hinzu kommen aktuell ganz neue Perspektiven, die Unternehmens-IT und die Automation in den Fabrikhallen über Software effektiv miteinander zu vernetzen. Die Grundvoraussetzung für solche Innovationen war und wird die gleiche: Die beteiligten Systeme müssen über offene Schnittstellen Daten austauschen und verarbeiten können.

Für einen Großteil der Wertschöpfung durch Maschinen ist schon heute Software verantwortlich. Beispiele sind die Verpackung von Nahrungsmitteln oder der Rollendruck. Dort trieben in der Vergangenheit Zentralantriebe über eine komplizierte und verschleißanfällige Mechanik die Maschinen an. Bei jeder Umstellung mussten die Bediener die Maschinen ausschalten und mit dem Schraubenschlüssel die Mechanik verstellen. Heute übernimmt Software diese Synchronisationsaufgaben: Um weitere Produktionsstationen zu integrieren reicht ein Datenkabel, und die neue Station fügt sich in die Produktionslinie ein. Moderne Engineeringumgebungen sind modular aufgebaut und einmal geschriebene Funktionen können wiederverwendet werden. Auch die Maschinensicherheit wird weitgehend über eine sichere Logik gewährleistet.

Die Innovationskraft von Software ist also hoch, stieß aber bislang an Grenzen: Maschinenhersteller konnten Funktionen nur in einem vom Steuerungshersteller vorgegebenen Korridor umsetzen, IT-Welt und Automatisierung arbeiteten mit unterschiedlichen Sprachen.

Neue Spielräume für Software-Innovationen

Im vergangenen Jahr hat Bosch Rexroth der Innovationskraft von Software mit dem Open Core Engineering neue Spielräume eröffnet. Zum einen ermöglicht eine neue Schnittstellentechnologie die Programmierung von Steuerungen mit IT-Sprachen, so dass Fertigung und IT künftig direkt miteinander kommunizieren können. Gleichzeitig hat Bosch Rexroth den Steuerungskern für einen erweiterten Zugriff durch den Maschinenhersteller geöffnet, der damit individuell Funktionen programmieren kann.

Evolution hat bereits begonnen

Erste Anwendungen zeigen ein erhebliches Innovationspotenzial: Mit Open Core Engineering können Maschinenhersteller Smart Devices wie Smartphones und Tablet-PCs für einen drahtlosen Zugriff in ihre Maschinen integrieren Maschinenhersteller haben außerdem neue Möglichkeiten, Maschinen mit Unternehmens-IT zu vernetzen oder die Ergebnisse von Simulationsprogrammen direkt für die Produktion zu nutzen. Schließlich können sie mit individuellen Funktionen die Flexibilität und Produktivität ihrer Anlagen erhöhen.

War Offenheit schon immer der entscheidende Faktor für Innovationen durch Software, läutet die zunehmende Vernetzung das Ende der proprietären Schnittstellen definitiv ein. Denn nur durch offene, Hersteller übergreifende Standards bei Programmierung und Datenaustausch können Maschinen effektiv kommunizieren. Nur so kann Software die Wertschöpfung, die Effizienz und den Innovationsgrad von Maschinenkonzepten steigern.

 

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