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Lohr am Main, 01.10.2013

Integrated Industry: Vernetzung braucht viele Mitspieler

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl

In der Diskussion um Integrated Industry fordern Endanwender mehr Möglichkeiten zur Vernetzung und sie sind ungeduldig. Die Vernetzung von Systemen, egal in welchem Bereich, ist aber keine Revolution, sondern ein Prozess. Er beginnt langsam und entwickelt erst dann eine große und unaufhaltsame Dynamik, wenn eine kritische Masse von Anwendern erreicht ist. Dann allerdings verändert Vernetzung Rahmenbedingungen nachhaltig.

Als die ersten Smartphones auf den Markt kamen, hielten viele sie für eine Art teure Spielzeuge ohne wirklichen Nutzwert für die breite Masse. Hunderte Millionen Geräte später haben sie die Märkte für Hardware-Hersteller ebenso wie für die Software- und Internet-Unternehmen völlig verändert. Aus High-end Geräten für wenige Trend-Setter ist ein Massenphänomen geworden, das weltweit die Kommunikation prägt.

Auch Integrated Industry wird nicht von heute auf morgen die industrielle Fertigung revolutionieren. Aber in wenigen Jahren schon wird in Deutschland die Vernetzung der Produktion ein heute kaum vorstellbares Niveau erreicht haben. Sie verspricht erhebliche Effizienzgewinne und die wirtschaftliche Fertigung kleiner Losgrößen bis hin zur Stückzahl 1. Die dazu notwendigen Technologien sind vorhanden: Netzwerkfähige Automatisierungskomponenten mit eigener Intelligenz, bei denen die Software immer mehr Aufgaben übernimmt, die bislang mechanisch ausgeführt wurden.

Was noch fehlt, ist die konsequente Einführung offener Standards, mit denen Maschinen untereinander und mit der IT-Welt Informationen austauschen können. Technische Lösungen stehen bereits zur Verfügung. So hat beispielsweise Bosch Rexroth mit der neuen Schnittstellen-Technologie seines Open Core Engineering die Brücke zwischen Automatisierung und IT-Welt geschlagen und gleichzeitig den Steuerungskern für einen erweiterten Zugriff geöffnet. Maschinenhersteller können damit eigenständig neue Software-Funktionen in einer Vielzahl von Sprachen programmieren. Zugleich schließt Open Core Engineering die Lücke beim Datenaustausch von Produktion und Unternehmens-IT.

Die aktuelle Diskussion um Integrated Industry ist wichtig und notwendig, um parallel zur technischen Weiterentwicklung für verlässliche Rahmenbedingungen zu sorgen. Sie muss geführt werden, um wichtige Fragen zu beantworten: Wie sieht es mit dem Schutz sensibler Daten aus, wie mit der Maschinensicherheit?

 

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