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Lohr am Main, 19.03.2013

Regionalisiertes Cost Engineering: Heimvorteil in allen Märkten

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG

Über viele Jahre konnte der Maschinenbau die in seinen Heimatmärkten entwickelten Konzepte unverändert weltweit vermarkten. Dieses Erfolgsmodell greift aber in der globalisierten Wirtschaft nicht mehr. Die Regionen der Triade Asien, Americas und Europa entwickeln sich in ihren Produktionsphilosophien auseinander. Die Maschinenanwender fordern genau auf ihre regionalen Bedürfnisse wirtschaftlich und technisch zugeschnittene Lösungen. Das dazu notwendige Cost Engineering muss auf die Schlüsselanforderungen zielen: das sind Anschaffungskosten in Asien, Transaktionskosten in den USA und Lebenszykluskosten in Europa.

Nehmen wir das Beispiel China. In diesem weltweit größten Maschinenmarkt nähern sich die Marktsegmente zunehmend an. Das bislang starke Low-Price-Segment schrumpft. Das vor allem von europäischen Herstellern dominierte High-Price-Segment wächst auch nur noch sehr schwach. Gleichzeitig bietet das mittlere Segment die größten Wachstumspotenziale. Hier treffen zunehmend chinesische und europäische Hersteller aufeinander. Für die Maschinenanwender zählen bei genau definierten Leistungsmerkmalen ausschließlich die Anschaffungskosten – das primäre Ziel für Cost Engineering in Asien. In Europa konstruierte Komponenten, Baugruppen und Maschinen sind selbst dann zu teuer, wenn sie unverändert in China gefertigt werden. Die Zielkosten für das mittlere Segment können nur von in der Region selbst entwickelten Varianten weltweiter Produktplattformen mit einer hohen lokalen Wertschöpfung erreicht werden.

In Europa herrscht dagegen eine völlig andere Strategie. Die Maschinenanwender setzen auf hohe Flexibilität, um ihre Produkte zu individualisieren. Dabei fließen vor allem die Lebenszykluskosten in die Kaufentscheidung ein. Cost Engineering greift hier mit den Hebeln Energieeffizienz und Reduzierung der Stillstandszeiten durch schnelle Umrüstungen. Dazu verlagern die Maschinenhersteller immer mehr Funktionen in die Software und setzen auf innovative technische Lösungen. In den USA, als dem dritten großen Markt, fordern Maschinenanwender vor allem Standardisierung, um die Transaktionskosten von der Beschaffung über die Bedienung bis zur Wartung und Reparatur zu reduzieren. Cost Engineering vereinfacht hier vor allem auch die Bestell- und Logistikprozesse.

Solche unterschiedlichen regionalen Marktanforderungen können Unternehmen nur erfüllen, wenn sie systematisch Produktions- und Entwicklungskapazitäten in den Zielregionen aufbauen. So bündelt Bosch Rexroth in China alle Entwicklungsaktivitäten in einem eigenen F&E-Zentrum und stockt in den USA die F&E-Kapazitäten auf. Die Fertigung dieser regionalen Produkte und Lösungen übernehmen die Werke vor Ort mit einem hohen Anteil lokaler Zulieferer. Mit diesem auf die jeweiligen Schlüsselfaktoren Anschaffungs-, Lebenszyklus- und Transaktionskosten regionalisierten Cost Engineering verschafft sich Bosch Rexroth einen Heimvorteil in allen Märkten der Triade – und legt damit das Fundament für ein überdurchschnittliches globales Wachstum.

Mehr Informationen unter: www.boschrexroth.de

 

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