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Lohr am Main, 27.02.2013

Modernisierungsstrategie sorgt für Wachstum

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl

Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG

Die Modernisierung der russischen Industrie gewinnt an Fahrt. 2011 importierte Russland Maschinen, Anlagen und Ausrüstungen im Wert von 29 Milliarden Euro und festigte seine Position unter den zehn größten Maschinenmärkten der Welt. Trotz dieser gestiegenen Importe herrscht immer noch ein gewaltiger Nachholbedarf in den Fabriken und bei Anlagen. Auch in den nächsten Jahren wird Russland deshalb ein Wachstumsmarkt für den Maschinenbau sein.

Derzeit stehen Rohstoffexporte für 80 Prozent der Ausfuhren Russlands. Um die Abhängigkeit von den schwankenden Rohstoffpreisen zu verringern, verfolgt die russische Regierung eine Modernisierungsstrategie für die in weiten Teilen veraltete Industrie. Umfragen der „Union der Maschinenbauer Russlands" haben ergeben, dass russische Fabriken mehr als eine Million Maschinen einsetzen, die 20 Jahre und älter sind. Gleichzeitig erhöht die demographische Entwicklung den Bedarf an modernen Automatisierungslösungen, denn die russische Bevölkerung wird bis 2020 um acht Millionen Menschen abnehmen. Damit besteht ein anhaltend hoher Bedarf, gerade körperlich sehr anstrengende Tätigkeiten zu automatisieren.

Die Modernisierung erfolgt in den ersten Schritten vor allem durch die Einfuhr von Maschinen und Anlagen. „Die Modernisierungspläne bieten aber auch dem russischen Maschinenbau selbst eine Riesenchance, wenn sie es schaffen, schnell moderne Maschinen auf dem aktuellen Stand der Technik zu entwickeln“, betont Dr. Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG. „Dabei suchen sie die Unterstützung durch weltweit führende Automatisierungshersteller wie Bosch Rexroth.“ Eine Schlüsselrolle spielen dabei russische Universitäten und Forschungseinrichtungen, mit denen der Steuerungs- und Antriebshersteller eng zusammenarbeitet. Bosch Rexroth hat bereits 2001 eine Regionalgesellschaft gegründet und deckt an sieben Standorten die wichtigsten Industrieregionen der Russischen Föderation ab.

Doch die Rohstoffförderung wird auch in Zukunft ein wichtiges Standbein für die russische Wirtschaft bleiben. Auch bei Anlagen für die Rohstoffförderung und die Schwerindustrie sowie Kraftwerke besteht ein sehr großer Modernisierungsbedarf. Die Betreiber beauftragen dazu bevorzugt regionale Ingenieurunternehmen, die aber häufig noch sehr wenig Erfahrung mit moderner Anlagentechnik haben. Branchenspezialisten von Bosch Rexroth unterstützen diese Unternehmen bei solchen Projekten mit ihrer weltweiten Erfahrung.

So entwickelt das Unternehmen auch auf die regionalen Anforderungen optimierte Module und Systemlösungen. Die klimatischen Bedingungen erfordern bei allen Außenanwendungen die Eignung aller Komponenten für Tiefsttemperaturen. „Auf den Erdgasfeldern in Sibirien müssen Arbeiter bislang die meisten Armaturen an den einzelnen Bohreinrichtungen auch bei minus 50 Grad manuell einstellen“, beschreibt Tragl eine besondere Herausforderung. „Wir haben arktisfeste Verstelleinheiten entwickelt, mit denen die Techniker jetzt vom geheizten Leitstand aus die notwendigen Einstellungen per Mausklick vornehmen können.“

Auch Russland setzt auf eine Verringerung der CO2-Emissionen. 2009 hat die Duma ein Gesetz zur Erhöhung der Energieeffizienz erlassen. Bosch Rexroth bietet zahlreiche Systemlösungen für energieeffizientere Abläufe bei Maschinen und Anlagen. So erhöhen bei der Stromerzeugung einbaufertige Antriebe für Regelarmaturen durch ihre Dynamik und Präzision den Wirkungsgrad von Gas- sowie Gas- und Dampf-Kraftwerken. Elektrohydraulische Systemlösungen für mobile Arbeitsmaschinen wie Traktoren oder Bagger steigern die Leistung bei gleichzeitig niedrigerem Dieselverbrauch. „Die Modernisierung der russischen Industrie hat erst begonnen und sie wird mittelfristig einer großen Wachstumstreiber für den internationalen Maschinenbau sein“, ist sich der Vorstandsvorsitzende sicher.

Mehr Informationen unter: www.boschrexroth.de

 

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