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PI 044-11 02.05.2011

Panama-Kanal: zum Geburtstag neue Schleusen

Panama-Kanal: zum Geburtstag neue Schleusen

Das Schleusendesign des ausgebauten Panama-Kanals

Pünktlich zum hundertsten Jahr des Bestehens im Jahr 2014 modernisiert und vergrößert die Panama Canal Authority den Kanal zwischen Atlantik und Pazifik. Der Umbau umfasst auch zwei neue Schleusen zu den beiden Ozeanen mit je drei Schleusenkammern, durch die wesentlich größere Schiffe als bisher den Panamakanal passieren können. Der Automatisierungsspezialist Bosch Rexroth steuert hydraulische Systemlösungen für die Modernisierung bei, die durch eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent den reibungslosen Verkehr auf einer der weltweit meist befahrenen Wasserstraßen gewährleisten. Obwohl diese neuen Schleusen deutlich größer ausfallen, verbrauchen sie weniger Frischwasser als die bisherige Technik und entlasten so den regionalen Wasserhaushalt.

Als der Panamakanal 1914 seinen Betrieb aufnahm, beherrschten noch Dampfschiffe und Segler die Weltmeere. Mit moderneren Antrieben sind auch die Schiffsgrößen gewachsen und heute passen bereits 60 Prozent der Welthandelsflotte nicht mehr durch den Panamakanal. Mit dem Ausbau können künftig auch bis zu 366 m lange und 49 m breite Schiffe Reisezeit, Kosten und CO2-Emissionen einsparen.

Neue Schleusen schonen regionalen Wasserhaushalt

Als Lieferant für den Stahlbau der Rollschütze beauftragte die südkoreanische Werft Hyundai Samho Heavy Industries (HSHI) Ende 2010 Bosch Rexroth mit der Planung, dem Bau und der Inbetriebnahme von 158 kundenspezifischen Hydraulikaggregaten und Antriebszylindern für den Betrieb der Wasser regulierenden Rollschütze. Das Schleusendesign setzt dabei ganz auf Ressourcen schonenden Betrieb. Jede Schleusenkammer ist über kommunizierende Röhren mit je drei Wassersparbecken verbunden. Zum Anheben der Schiffe öffnen die Rexroth-Antriebe die entsprechenden Zuleitungen und das Wasser aus den Sparbecken füllt per Schwerkraft die Schleusenkammer. Anders als bei der bisherigen Technik fließt das Wasser nach dem Schleusenvorgang in die Becken zurück. Lediglich 40 % der für eine Schleusung notwendigen Wassermenge kommen aus dem künstlich angelegten Gatunsee. Die bestehenden Schleusen dagegen entnehmen die gesamte Wassermenge aus dem See und leiten sie anschließend komplett ins Meer ab. So senkt der Ausbau trotz wesentlich größerer Schleusenkammern den Frischwasserverbrauch gegenüber den bestehenden Schleusen sogar um sieben Prozent und entlastet damit den regionalen Wasserhaushalt nachhaltig.

Weltweite Kapazitäten gebündelt

Rexroth konnte bei der internationalen Ausschreibung auf Erfahrungen mit zahlreichen Großprojekten rund um den Stahlwasserbau und die Bündelung des weltweiten Produktionsverbunds verweisen. Bei diesem Projekt koordinieren Spezialisten des Antriebs- und Steuerungsspezialisten Kompetenzen und Fertigungskapazitäten aus Deutschland, den Niederlanden, China, Südkorea und den USA. Die Anwendung stellt besonders hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit der Automatisierungslösung: Auf 100.000 Betriebsstunden – das entspricht mehr als 11,5 Jahren Rund-um-die-Uhr-Betrieb – dürfen die Ausfallzeiten insgesamt nur weniger als vier Stunden betragen.

Nach dreijähriger Bauzeit soll die offizielle Eröffnung im Jubiläumsjahr 2014 stattfinden.

Die Bosch Rexroth AG ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologien. Für über 500.000 Kunden entstehen unter der Marke Rexroth maßgeschneiderte Lösungen zum Antreiben, Steuern und Bewegen. Bosch Rexroth ist Partner für Mobile Applications, Machinery Applications and Engineering, Factory Automation sowie Renewable Energies. Für die jeweiligen Märkte bildet das Unternehmen die Anforderungen und Besonderheiten ab. Als The Drive & Control Company entwickelt, produziert und vertreibt Bosch Rexroth seine Komponenten und Systeme in über 80 Ländern. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2010 mit 34.900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 5,1 Milliarden Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten rund 285.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2010 gab Bosch 3,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 3.800 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Mehr Informationen unter www.bosch.de, www.bosch-presse.de