Aufrechter Wellenreiter

Marginale Spalte

Juli 2011

 

Die niederländische Firma Barge Master erweitert das Einsatzspektrum von Offshore-Kränen mit einer Wellenkompensation von Rexroth.

 
 

Windparks im Meer, Bohrplattformen weit vor der Küste: Offshore-Installationen erleben weltweit einen Boom. Die Baukosten schlagen hier aber besonders stark zu Buche. Unter anderem, da bislang keine überzeugende Krantechnik zur Verfügung stand. „Derzeit kommen Standardschwimmkräne bereits ab einer Wellenhöhe von 30 Zentimetern in Schwierigkeiten und können keinen sicheren Betrieb mehr gewährleisten“, erklärt Jan-Paul van den Bos die Herausforderung.

„Schon bei einem leichten Schwanken von zwei bis drei Grad bewegt sich die Kranspitze mit der Last um vier bis fünf Meter und gefährdet die Besatzung“, ergänzt Martijn Koppert. Die beiden gründeten die niederländische Firma Barge Master BV, um das Problem zu lösen. Gemeinsam mit Rexroth entwickelte Barge Master eine Kom plettlösung mit allen notwendigen Steuerungs-und Antriebs komponenten. Sie eignet sich für alle Standardschiffe und -kräne – und senkt dadurch Herstellungs-sowie Betriebskosten bei Offshore-Arbeiten drastisch.

Fünffach höheren Seegang meistern

Auch technisch leistet die Entwicklung Außergewöhnliches: „Mit der Wellenkompensation von Rexroth vergrößern wir das Einsatzfenster der Schwimmkräne auf eine signifikante Wellenhöhe von bis zu 150 Zentimetern“, betont van den Bos. Die von Rexroth konzipierte Wellenkompensation gleicht die Hebe-, Roll-und Neigungsbewegungen durch eine bewegliche Plattform aus.

Dabei verbinden drei vertikal angebrachte Hydraulikzylinder den Kran über kugelgelagerte Gelenke mit dem Rumpf des Schiffes. Eingeschränkt bewegliche Verbindungsstangen frieren die verbleibenden drei Freiheitsgrade ein, damit die Zylinderbewegungen den Wellengang kompen sieren können. Das Herzstück der Lösung ist die Steuerung: Spezielle Sensoren liefern Bewegungsdaten, aus denen sie Sollwerte für die Ausgleichsbewegungen kalkuliert, um die Plattform stabil zu halten.

Das Einsatzfenster von Standardschwimmkränen erweitert Barge Master damit erheblich. „Selbst bei unregelmäßiger Dünung mit Wellen bis zu einer Höhe von 1,5 Metern und einer Frequenz von sechs bis zwölf Sekunden gleichen wir damit 95 Prozent der Bewegungen aus“, rechnet Koppert vor. Mitte 2012 wird die C400 Barge Master für Kräne mit einem Gewicht von rund 400 Tonnen und einer Nutzlast von bis zu 160 Tonnen einsatzbereit sein. Jan-Paul van den Bos ist sicher, dass seine Firma damit das Einsatzfenster von Standardkränen signifikant vergrößert.