Das Reinheitsgebot

Marginale Spalte

Mehrstufige Filtermaterialien erfüllen höchste Anforderungen.

Juli 2014

Passende Hydraulikfilter und der richtige Umgang damit verlängern die Lebensdauer von Anlagen und minimieren die Total Cost of Ownership.

 
 

Sie sind winzig klein, oft nur mit dem Mikroskop erkennbar, und trotzdem können sie eine ganze Anlage zum Stillstand bringen: Schmutzpartikel im Öl. Insgesamt sind 70 bis 80 Prozent der Betriebsstörungen bei Hydraulikanlagen auf die Verschmutzung der Druckflüssigkeit zurückzuführen.

Das Ausfiltern und Abscheiden dieser Verunreinigungen ist für die Funktionssicherheit von Anlagen daher essenziell. Neben der Ermittlung eines passenden Filterkonzepts ist auch ein perfekter Service im laufenden Betrieb wichtig. Denn nur die regelmäßige und richtige Ölreinheitskontrolle garantiert, dass die Anlage über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg reibungslos läuft.

Passgenau

Im Allgemeinen muss bei Hydraulikflüssigkeiten eine bestimmte Mindestreinheitsklasse nach ISO 4406 eingehalten werden. Die Reinheitsklasse des Gesamtsystems richtet sich dabei nach der empfindlichsten Einzelkomponente. Die Filter werden deshalb schon bei der Konstruktion einer Anlage so ausgelegt und platziert, dass die für das „schwächste Glied“ erforderliche Reinheitsklasse unter allen Betriebsbedingungen erreicht wird.

Aber nicht nur die Reinheitsklasse steht im Fokus. Filter müssen über eine hohe Schmutzaufnahmekapazität verfügen und sollten, wenn sie sauber sind, nur zu geringen Druckverlusten führen. Medienverträglichkeit und gute Volumenstromermüdungseigenschaften sind ebenso gewünscht wie mechanische Stabilität des Stützkorbs im Filterelement.

Drei Werte, auf die es ankommt

  • βx Filterfeinheit
  • α Schmutzaufnahme
  • ∆p Differenzdruck

Gute Filterelemente zeichnen sich durch ein optimales Verhältnis der Kennwerte Filterfeinheit, Schmutzaufnahmekapazität und Differenzdruck aus.

Ursachenforschung und perfekte Lösungen

Typische Verschmutzungsarten im Hydraulik- und Schmieröl sind Feststoffe (Partikel), Fremdflüssigkeiten und Luft. Während Partikel durch Abrieb zum schnelleren Komponentenverschleiß führen, verursacht Wasser Korrosion, beeinträchtigt die Viskosität und vermindert die Schmiereigenschaften.

Gasförmige Verunreinigungen mindern das Ansprechverhalten von Ventilen. Durch das Aufschäumen des Mediums kommt es darüber hinaus zu Energieverlusten und Pumpenschäden.

Dranbleiben

Rückstände können sowohl von außen eindringen, als auch durch den laufenden Betrieb in der Anlage selbst entstehen. Um die Anlagensicherheit zu garantieren, ist es wichtig, die Reinheit der Hydraulikflüssigkeit kontinuierlich zu überwachen.

Die turnusmäßige, an die individuellen Betriebsbedingungen angepasste Analyse von Filterelement und Medium verhindert, dass Verunreinigungen den Ölkreislauf beeinträchtigen, und gibt Auskunft über die Art und Größe der Rückstände. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Verschmutzungsquelle ziehen – der beste Ansatz für wirksame Lösungen.

5 Tipps für Anwender

  • Auch neu angelieferte Hydraulikflüssigkeiten entsprechen oft nicht den erforderlichen Reinheitsklassen. Schon beim Befüllen der Anlage ist daher auf Filter mit entsprechender Feinheit zu achten.
  • Es sollten ausschließlich Hydraulikflüssigkeiten zum Einsatz kommen, die mit der vom Hersteller der Anlage vorgegebenen Reinheitsklasse übereinstimmen.
  • Um den Wartungsaufwand für Filtersysteme gering zu halten, ist schon beim Kauf auf leichte Zugänglichkeit zu achten.
  • Auf die individuellen Bedingungen zugeschnittene Wartungspläne für Filtersysteme sichern die Funktionalität.
  • Verschmutzungen können auch von außen in die Anlage gelangen. Vor einem Filterwechsel ist deshalb unbedingt das Umfeld der Anlage zu reinigen.
 

Nützliche Helfer

Der Wasser- und Partikelgehalt in Hydraulikölen lässt sich mit verschiedenen Geräten von Rexroth exakt messen. Online-Condition-Monitoring-Sensoren überwachen kontinuierlich die Qualität des Hydrauliköls, um Verschlechterungen frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzusteuern.

Mit Geräten zur Ölaufbereitung lassen sich darüber hinaus die Hydraulikölstandzeiten vervielfachen. Das verringert den Verschleiß der Systemkomponenten und damit die Betriebskosten.