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Lohr, Ober-Ramstadt, Fellbach, 02.02.2017

Lohr, Ober-Ramstadt, Fellbach: Anpassungen Industriehydrauliksparte

Bosch Rexroth passt Industriehydrauliksparte an langfristig niedriges Marktvolumen an

  • Fertigungskapazitäten konzentrieren und Kosten reduzieren
  • Abbau von bis zu 500 Stellen in Deutschland bis Ende 2018 geplant
  • Hydraulikfertigung in den Betriebsteilen Fellbach und Ober-Ramstadt soll beendet werden
  • Neues Zukunftskonzept sieht Wachstum mit innovativen, vernetzten Hydrauliklösungen und neuen Anwendungsfeldern vor

Lohr –Aufgrund des nachhaltig gesunkenen Marktvolumens plant Bosch Rexroth jetzt in Deutschland die Fertigungskapazitäten sowie Verwaltungs- und Vertriebsstrukturen anzupassen, insbesondere in der Industriehydrauliksparte. Der Markt für Industriehydraulik ist in den vergangenen drei Jahren nicht gewachsen, sondern um elf Prozent gesunken. „Wir gehen davon aus, dass sich der Markt zunächst auf niedrigem Niveau einpendelt und langfristig nur langsam wachsen wird. Darauf müssen wir uns jetzt einstellen“, sagt Dr. Steffen Haack, verantwortlich für den Produktbereich Industrielle Anwendungen im Vorstand von Bosch Rexroth. Der Industriehydraulikmarkt leidet vor allem unter den Marktrückgängen in China, Brasilien und Russland sowie dem Einbruch der Rohstoffpreise. Infolge dessen wurden Neuinvestitionen in rohstoffnahen Branchen wie Ölförderung, Offshore, Bergbau und Metallurgie nahezu eingestellt. Daraus entstanden Überkapazitäten bei Anlagenherstellern und -betreibern, aber auch bei Zulieferern von Industriehydraulik, was zu einem steigenden Kostendruck und fallenden Preisen geführt hat.

Wettbewerbsfähige Kosten erlauben Wachstum in Zukunftsfeldern

Um auf die anhaltend gesunkene Nachfrage zu reagieren, muss Bosch Rexroth seine Fertigungskapazitäten in der Industriehydraulik bündeln. Zudem ist es notwendig, auf den verschärften Wettbewerb zu reagieren. „Damit wir dem Preisdruck im Markt, insbesondere bei Standardprodukten, langfristig standhalten können, müssen wir uns kostengünstiger aufstellen, und so wettbewerbsfähiger werden“, erläutert Haack. Geplant ist deshalb, Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung zu verschlanken und Prozesse zu optimieren. „Zudem werden wir in innovative, vernetzte Hydrauliklösungen investieren und neue Anwendungsfelder für die Industriehydraulik erschließen. So wollen wir Marktanteile gewinnen und dadurch unsere heutige Marktposition weiter behaupten“, ergänzt Haack. Die geplanten Maßnahmen führen zu einem geringeren Beschäftigungsbedarf in der Industriehydrauliksparte in Deutschland. Die Anzahl der Stellen soll deshalb bis Ende 2018 um bis zu 500 sinken, über die Hälfte davon in Vertrieb, Entwicklung und Verwaltungsbereichen. Betroffen sind die Standorte Lohr (Bayern), Ober-Ramstadt (Hessen) und Fellbach (Baden-Württemberg).

Fertigung weltweit besser auslasten und Kosten reduzieren

Vor allem bei Standarderzeugnissen der Industriehydraulik, wie Schaltventilen, besteht ein hoher Kostendruck. Um diesem standzuhalten, sollen kostengünstigere Bosch Rexroth-Werke außerhalb Deutschlands stärker ausgelastet und die Fertigungskapazitäten im Bereich Industriehydraulik gebündelt werden. Der Betriebsteil Fellbach mit rund 100 Mitarbeitern soll daher bis Ende 2017 geschlossen werden. Die Industriehydraulikfertigung in Ober-Ramstadt mit rund 150 Mitarbeitern soll bis Ende 2018 beendet werden. Das Unternehmen prüft sowohl innerhalb als auch außerhalb von Bosch Rexroth, welche alternativen Neuprodukte in Ober-Ramstadt angesiedelt werden können. Sollte dies nicht gelingen, wird der Standort bis Ende 2018 geschlossen werden. Beide Standorte fertigen heute in erster Linie Standardkomponenten. Das Hydraulikwerk in Lohr soll sich auf technisch anspruchsvolle Lösungen wie servohydraulische Achsen oder elektronisch geregelte Pumpensysteme sowie auf High-Tech Produkte wie Stetigventile ausrichten. Infolgedessen entfallen in Lohr rund 50 Stellen in der Fertigung. In Vertrieb, Entwicklung und Verwaltung sinkt die Anzahl der Stellen bis Ende 2018 um rund 200. Dort sollen die Strukturen an die neue, niedrigere Umsatzerwartung und den hohen Kostendruck angepasst und mit Prozessverbesserungen Synergien geschaffen werden. Beispielsweise sollen administrative Funktionen gebündelt sowie in Vertrieb und Entwicklung Standorte außerhalb Deutschlands stärker genutzt werden.

Der Personalabbau an den Standorten Fellbach, Ober-Ramstadt und Lohr soll soweit wie möglich sozialverträglich stattfinden, zum Beispiel durch Arbeitsplatzangebote an anderen Standorten der Bosch-Gruppe, durch Fluktuation, Vorruhestandsregelungen oder Abfindungsangebote, auch betriebsbedingte Kündigungen lassen sich nicht ausschließen. Gespräche zu einem Interessensausgleich und Sozialplan mit den Arbeitnehmervertretern wird Bosch Rexroth nun aufnehmen.

Industriehydraulik bleibt attraktives Geschäftsfeld

„Wir sind davon überzeugt, dass die Industriehydraulik trotz des reduzierten Marktwachstums auch in Zukunft ein attraktives Geschäftsfeld ist“, betont Haack. „Jetzt müssen wir die geplanten Maßnahmen ergreifen, um im dauerhaft geänderten Marktumfeld unsere heutige Marktposition langfristig zu halten und unsere Technologieführerschaft zu festigen.“

Für zukünftiges Wachstum setzt das Unternehmen auf das neue Zukunftskonzept Industriehydraulik. In diesem Zusammenhang prüft es auch zusätzliche Investitionen am Standort Lohr. Die Nachfrage nach technisch anspruchsvollen elektrohydraulischen Lösungen nimmt zu. Bosch Rexroth will als der führende Anbieter von intelligenter, vernetzter Hydraulik seine Position im Umfeld von Industrie 4.0 weiter stärken und ausbauen. Das Unternehmen wird dazu weiterhin überdurchschnittlich in die Entwicklung neuer Produkte und Lösungen investieren. Zudem soll die Industriehydrauliksparte ihr Projekt- und Servicegeschäft erweitern. Auch neue Anwendungsfelder für die Industriehydraulik werden erschlossen, zum Beispiel in der Verkehrstechnik und bei hydraulischen Ausrüstungen von Wasserstofftankstellen.

Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering sowie Fabrikautomation für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die über 31.100 Mitarbeiter 2015 einen Umsatz von rund 5,4 Mrd. Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 390 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2016). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industry 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 450 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit 59 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 120 Standorten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com , www.iot.bosch.com , www.bosch-presse.de , www.twitter.com/BoschPresse .

 

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