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, 24.04.2017

Was junge Ingenieure über Hydraulik wissen sollten

Dr. Steffen Haack, Bosch Rexroth AG, Leiter der Business Unit Industrial Applications

Im Maschinenbau lässt sich nicht jede Aufgabe mit der gleichen Technologie lösen. So hat die Hydraulik eindeutige Vorteile bei der Kraftdichte und Robustheit, sie steckt Stöße und Vibrationen weg und durch ihre kompakte Bauweise passt sie auch in beengte Bauräume. Die Elektromechanik ist traditionell eng an die Steuerungsentwicklung gekoppelt und verfügt über ausgereifte Funktionalitäten für eine hohe Flexibilität. Die Elektronifizierung der Hydraulik erhält die physikalischen Vorteile der Fluidtechnologie und erhöht ihre Attraktivität mit den Möglichkeiten der Software-basierten Automation.

Gründe genug für junge Ingenieure, die oftmals stark von der Software-Seite kommen, sich mit den besonderen Fähigkeiten der Hydraulik zu beschäftigen. Dabei geht es nicht darum, Ventilsysteme zu konfigurieren oder in die Grundlagen der Strömungslehre abzutauchen. Vielmehr geht es darum zu erkennen, wo Hydraulik wirtschaftliche und technische Vorteile bietet. Die automationstechnische Umsetzung von Bewegungen erfolgt dann wie bei elektrischen Antrieben über Software.

Neue Systemlösungen der elektronifizierten Hydraulik nutzen die gleichen elektronischen Steuerungsbaugruppen und deren Logik wie elektrische Antriebe. Über offene Standards wie Multi-Ethernet-Schnittstellen fügen sie sich wie jene in horizontal und vertikal vernetzte Maschinenarchitekturen ein: automatisierungstechnisch kein Unterschied. Elektrohydraulische Achsen werden mit den gleichen Engineeringtools in Betrieb genommen wie die elektrischen Antriebe - mit zwei Besonderheiten: Zum einen führt ein Wizard die Techniker logisch durch die Inbetriebnahme hydraulischer Achsen und schlägt Parametrierwerte vor, die zu einem passenden Ergebnis führen. Zum zweiten gleichen im Hintergrund Best in class-Regler die Besonderheiten der Fluidtechnologie intelligent aus. Damit benötigen Inbetriebnehmer keine spezifischen Kenntnisse der Hydraulik.

Es gilt also, keine Angst zu haben vor den Eigenschaften der Hydraulik sondern deren Eignung zu bewerten und die Automatisierung in gewohnter Weise umzusetzen. Mit digitaler Intelligenz passt die vernetzbare Hydraulik heute problemlos in Multi-Technologie- und Industrie 4.0-Konzepte. Damit ist und bleibt sie ein wichtiger Bestandteil des modernen Maschinenbaus. In den vergangenen Jahren wurden nahezu alle Bewegungsmuster und Besonderheiten der Fluidtechnologie in modularer Software abgebildet. Selbst Spezifika wie Übersetzungskinematiken oder geregelter Gleichlauf sind dabei berücksichtigt. Ingenieure müssen nicht „mit Öl getauft sein“ um zu wissen: Elektronifizierte Hydraulik bietet eine einzigartige Kraftdichte und Robustheit - ansonsten sind Auslegung, Parametrierung, Inbetriebnahme, Bedienung und Diagnose per Software genauso komfortabel wie bei anderen Antriebstechnologien.

Mehr Informationen über Bosch Rexroth unter: www.boschrexroth.com/press

 

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