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PI 030-17 Lohr am Main, 09.06.2017

Hochleistungswinden in der Obermaschinerie: Mechanische Belastungen oft unterschätzt

Load Limiter: Autonome hydraulische Einheit reduziert schlagartige Belastungen unter die Normvorgabe.

Mobiles Messgerät zeigt tatsächliche Kraftverläufe bei Not-Stopp – Nachrüstung oft notwendig und möglich

Aktuelle Messungen an installierten Obermaschinerie-Antrieben belegen, dass bei einem Not-Stopp der Kategorie 0 die Mechanik deutlich höher belastet wird als bisher angenommen. Das in der DIN 56950-1:2012-05 vorgesehene Auslegungskriterium der doppelten Nennbelastung wird in der Realität von der einfachen Störfallbelastung oft in bedenklichem Maß überschritten. Damit können erhebliche Risiken für Menschen entstehen, die unter den schwebenden Lasten arbeiten. Bühnenbetreiber können jetzt mit einem neuen mobilen Messgerät die tatsächlichen Lasten messen und die betroffenen Hochleistungswinden wirtschaftlich nachrüsten.

In umfangreichen Versuchen auf Testständen und in zwei Theaterhäusern hat Rexroth systematisch die realen Kraftverläufe gemessen, die bei einem harten Not-Stopp auf die Konstruktionen einwirken. Die Realwerte überschritten bei einem Not-Stopp der Kategorie Null die zweifache Nennbelastung um bis zu 75 Prozent. Schon ab der halben Nenngeschwindigkeit wurde die übliche Bemessungsgrenze der doppelten Nennbelastung bei installierten Winden überschritten und das so deutlich, dass die Ingenieure aus Sicherheitsgründen davon abgesehen haben, Tests bei voller Geschwindigkeit durchzuführen. Äußerlich nicht sichtbar kann es durch die hohen Belastungen zu strukturellen Gefügeveränderungen und letztlich zum Lastabsturz infolge eines abrupten Sprödbruchs kommen.

Mobiles Messgerät zeigt Handlungsbedarf

Die Messungen erfolgten mit dem neu entwickelten mobilen Messgerät Stage Guard von Rexroth. Herzstück ist ein hochsensibler Beschleunigungssensor, der die Testwerte drahtlos übermittelt. Eine validierte Software berechnet daraus die einwirkenden Faktoren Kraft, Geschwindigkeit, Weg und Stoß. Zeigen die Messungen, dass die realen Lasten deutlich höher sind als die rechnerisch dokumentierten, stehen die Bühnenbetreiber in der Pflicht. Sie müssen entweder die mechanische Konstruktion auf die tatsächlichen Lasten aufwändig anpassen, die Winden umrüsten oder die zulässigen Geschwindigkeiten und Lasten entsprechend der Messergebnisse verringern.

Dazu bietet Rexroth zwei Möglichkeiten an: Die autonome hydraulische Dämpfungseinheit Load Limiter gewährleistet, dass beim Not-Stopp sowohl die zweifache Nennbelastung als auch die maximale Beschleunigung von 2g zu keiner Zeit überschritten werden. Bei hydraulisch angetriebenen Winden können Betreiber die üblicherweise eingesetzten passiven Logikschaltungen durch neue Ventile mit aktiver Logik ersetzen. Einstellbare Bremsrampen verzögern dabei deutlich weicher. Sie verhindern schlagartige Belastungen bei Not-Stopp und schonen somit die Mechanik.

Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering sowie Fabrikautomation für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die über 29.500 Mitarbeiter 2016 einen Umsatz von rund 5 Milliarden Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen mit weltweit rund 390 000 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2016). Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 73,1 Milliarden Euro. Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions, Industrial Technology, Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Als führender Anbieter im Internet der Dinge (IoT) bietet Bosch innovative Lösungen für Smart Home, Smart City, Connected Mobility und Industrie 4.0. Mit seiner Kompetenz in Sensorik, Software und Services sowie der eigenen IoT Cloud ist das Unternehmen in der Lage, seinen Kunden vernetzte und domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten. Strategisches Ziel der Bosch-Gruppe sind Lösungen für das vernetzte Leben. Mit innovativen und begeisternden Produkten und Dienstleistungen verbessert Bosch weltweit die Lebensqualität der Menschen. Bosch bietet „Technik fürs Leben“. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 440 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern erstreckt sich der weltweite Fertigungs- und Vertriebsverbund von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innovationskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 59 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung an 120 Standorten.

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