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PI 120-11 Lohr, 07.11.2011

"Soziale Woche" bei Bosch Rexroth in Lohr

Auszubildende arbeiteten freiwillig in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

Insgesamt 40 Auszubildende haben in diesem Jahr an der „Sozialen Woche“ bei Bosch Rexroth in Lohr teilgenommen. Freiwillig arbeiteten sie im Zeitraum vom 24. Oktober bis 4. November in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Die Soziale Woche bietet den jungen Leuten die Möglichkeit, ihre Sozialkompetenz zu steigern. Aufgeteilt in vier Gruppen halfen die Auszubildenden an fünf Tagen in der St. Nikolaus-Schule in Lohr-Wombach, der SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenroth sowie den Mainfränkischen Werkstätten in Gemünden und Marktheidenfeld.

Lohr. Die „Soziale Woche“ findet bei Bosch Rexroth in Lohr das sechste Mal statt. „Sie ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Ausbildungsplans“, berichtet Egon Birkenmaier, Leiter der gewerblich-technischen Ausbildung beim Lohrer Antriebs- und Steuerungsspezialisten. „In diesen Tagen lernen unsere Auszubildenden, sich in die Probleme anderer hineinzuversetzen. Sie entwicklen Bewusstsein und Einfühlungsvermögen für die Lebensumstände von Menschen mit Behinderungen und sammeln so wichtige Erfahrungen für ihr eigenes Leben. Zugleich bauen die Jugendlichen Hemmschwellen ab und stärken ihr eigenes Selbstvertrauen und ihre Kreativität.“

Dass sie mit einem „mulmigen“ Gefühl in ihre „Soziale Woche“ starteten, bestätigten eigentlich alle Auszubildenden. Was sie erwarten würde, konnten sie sich trotz Erzählungen von Ausbildern und anderen Auszubildenden nur vage vorstellen. Und letztendlich waren es die behinderten Menschen selbst, die den Besuchern den Einstieg in die Woche leicht machten: durch ihre offene, ehrliche und unkomplizierte Art auf Menschen zuzugehen, wurden alle Bedenken und Berührungsängste sofort beiseite gewischt.

Bei den vier Projektpartnern integrierten sich die jungen Frauen und Männer die gesamte Woche über in die täglichen Abläufe und erledigten gemeinsam mit den Menschen mit Behinderungen die anfallenden Arbeiten. Auch ihre Arbeitszeit passten sie den Erfordernissen der sozialen Einrichtungen an.

In der St. Nikolaus-Schule in Lohr-Wombach verteilten sich die acht Auszubildenden auf fünf Projektgruppen: Die Kochgruppe sorgt dafür, dass es in der heilpädagogischen Tagesstätte täglich ein Mittagessen gibt. In der Werkgruppe wurden Hasenställe gebaut, während sich die Haus- und Hof-Gruppe dieses Mal um die Restaurierung von Biertischgarnituren kümmerte. Des Weiteren bastelte die Kreativgruppe Weihnachtsschmuck, und die Gestaltungsgruppe strich Zimmer und malte Bilder, die die Räumlichkeiten verschönern sollen.

Weitere 21 Auszubildende waren eine Woche lang in der SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenroth zu Gast, wo sie in den verschiedensten Bereichen tätig wurden – der Bäckerei, der Holzwerkstatt, der Kerzenwerkstatt, der Metallwerkstatt, der Gärtnerei samt Saatgutwerkstatt, im Café / Naturkostladen sowie in der Schreinerei und der Textilwerkstatt.

In den Mainfränkischen Werkstätten in Gemünden und Marktheidenfeld waren die Auszubildenden von Bosch Rexroth in den üblichen Werkstattbetrieb eingebunden. Auch hatten sie elektrotechnische Übungskoffer aus der Ausbildungswerkstatt dabei, mit deren Hilfe sie den Werkstattmitarbeiter elektrische Vorgänge erklärten und mit ihnen gemeinsam praktische Übungen machten.

Die „Soziale Woche“ – eine Erfolgsgeschichte seit 2006

Bosch Rexroth in Lohr hat die „Soziale Woche“ im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Seitdem stößt das Projekt alljährlich auf ein reges Interesse unter den Auszubildenden am Standort Lohr. Im Vorfeld informieren die Ausbilder die Jugendlichen über die Ziele der Aktion, die sozialen Einrichtungen und wichtige Verhaltensregeln. Zugleich betonen sie die Freiwilligkeit des Angebots. „Bereits bei den Informationsgesprächen sind Neugier, Motivation und der Wunsch der jungen Frauen und Männer zu spüren, sich sozial zu engagieren“, betont Birkenmaier. „Im Verlauf der ‚Sozialen Woche’ wächst der Respekt vor den Leistungen, die die Menschen mit Behinderungen tagtäglich erbringen. Zum Schluss sind unsere Jugendlichen so begeistert, dass sie den jüngeren Auszubildenden nahelegen, die gleichen Erfahrungen zu machen und unbedingt bei der ‚Sozialen Woche’ dabei zu sein.“

Dies belegen auch in diesem Jahr wieder die Eindrücke der Teilnehmer:

  • Christian Schaub, Auszubildender zum Mechatroniker:So eine Gemeinschaft und so ein Zusammengehörigkeitsgefühl wie hier habe ich noch nicht oft erlebt. Die Leute gehen total kameradschaftlich und einfühlsam miteinander um. Wenn zum Beispiel einer traurig wirkt, kommt sofort ein anderer und umarmt ihn ganz spontan und selbstverständlich, um ihn zu trösten. Das hat mir echt imponiert.“
  • André Feser, Auszubildender zum Elektroniker für Geräte und Systeme: „Was mich wirklich beeindruckt hat war die sehr produktive Arbeit, die behinderte Menschen hier leisten. Das war mir vorher nicht bewusst. Ich hätte auch nicht mit so viel Können im Umgang mit Werkzeug und Maschinen gerechnet, zum Beispiel bei dem Gruppenprojekt, das ich mit ihnen diese Woche gemacht habe. Dabei habe ich elektrische Vorgänge erklärt und praktische Übungen mit Hilfe eines elektrotechnischen Übungskoffers durchgeführt. Alle waren die ganze Zeit über total interessiert. Außerdem sind hier alle sehr freundlich zueinander und können sich auch über Kleinigkeiten freuen - Dinge, die wir gar nicht beachten.“
  • Andere Auszubildende:„Ich kann jedem wirklich nur empfehlen, so eine Woche einmal selbst mitzumachen. Ich selbst bin zum Beispiel am Montag zuerst mit gemischten Gefühlen hierher gefahren, aber die Hemmschwelle war sofort weg, besonders weil die Behinderten sehr offen und nett sind.“

    „Ich habe schnell gemerkt, dass hier alle eigentlich völlig normal sind und eigentlich genauso wie wir im Ausbildungszentrum bei Bosch Rexroth arbeiten, außer dass sie vielleicht etwas genauere Vorgaben oder ein wenig mehr Zeit brauchen.“

    „Während der letzten Tage hier habe ich mit den Behinderten so viel gelacht wie schon lange nicht mehr. Betonung liegt dabei auf mit, nicht über die Menschen hier.“

    „Ich würde ich mich wirklich ärgern, wenn ich die ‚Soziale Woche’ nicht mitgemacht hätte. Immerhin bin ich jetzt um ein paar Erfahrungen reicher und habe so einige meiner Vorurteile abgebaut. Und es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass die Leute hier schon gefragt haben, wann wieder Azubis von Bosch Rexroth kommen.“
  • Werner Voll, Gruppenleiter Mainfränkische Werkstätten, verantwortlich für die „Soziale Woche“: „Es ist wirklich schön zu sehen, dass die Jugendlichen ihre anfänglichen Berührungsängste gegenüber den Behinderten ganz schnell abgelegt haben. Unsere behinderten Mitarbeiter haben sich sehr über den Besuch der Bosch Rexroth-Azubis gefreut und schon gefragt, wann denn die nächsten kommen werden.“

Bildunterschriften:

Bild 1: Die „Soziale Woche“ bei Bosch Rexroth in Lohr – eine Erfolgsgeschichte seit 2006. In der SOS-Dorfgemeinschaft in Hohenroth haben sich die Auszubildenden eine Woche lang in den Alltag integriert. Ein Bewohner erklärt und zeigt Moritz Blank, Auszubildender zum Mechatroniker, seine Aufgaben in der Bäckerei – und beide hatten offensichtlich Spaß dabei.

Bild 2: Gemeinsames Arbeiten – gemeinsame Pause in Hohenroth. Eigentlich genauso wie im Ausbildungszentrum.

Bild 3: Teamarbeit beim Bau eines Vogelhäuschens in den Mainfränkischen Werkstätten in Gemünden.

Bild 4: Die Bosch Rexroth-Auszubildenden haben den behinderten Menschen in den Mainfränkischen Werkstätten in Gemünden einen Bausatz für einen Mini-Roboter mitgebracht, den sie gemeinsam zusammensetzten.

Die Bosch Rexroth AG ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologien. Für über 500.000 Kunden entstehen unter der Marke Rexroth maßgeschneiderte Lösungen zum Antreiben, Steuern und Bewegen. Bosch Rexroth ist Partner für Mobile Applications, Machinery Applications and Engineering, Factory Automation sowie Renewable Energies. Für die jeweiligen Märkte bildet das Unternehmen die Anforderungen und Besonderheiten ab. Als The Drive & Control Company entwickelt, produziert und vertreibt Bosch Rexroth seine Komponenten und Systeme in über 80 Ländern. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2010 mit 34.900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 5,1 Milliarden Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunter­nehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäude­technik erwirtschafteten rund 285.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 47,3 Milliarden Euro. Für 2011 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von mehr als 50 Milliarden Euro und eine Mitarbeiterzahl von gut 300.000 zum Jahresende. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 350 Tochter- und Regional­gesellschaften in über 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Län­dern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2010 gab Bosch 3,8 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 3.800 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Mehr Informationen unter www.bosch.de, www.bosch-presse.de