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PI 050-13 21.05.2013

Verschärfte Sicherheitsanforderungen für bühnentechnische Antriebe

Verschärfte Sicherheitsanforderungen für bühnentechnische Antriebe

Testfeld für bühnentechnische Antriebe

Neue technologische Entwicklungen und strengere Normen stellen Hersteller und Anwender vor Herausforderungen

In der Bühnenautomatisierung entwickelt sich aktuell eine intensive Sicherheitsdiskussion. Gleich zwei Faktoren sorgen für Handlungsbedarf: Zum einen weisen neue Test- und Simulationsaufbauten wichtige Ergebnisse bei der Messung von Belastungsspitzen für diverse Not-Stopp-Szenarien aus. Dadurch verändern sich die technischen Grundlagen für Planer, Hersteller, Sachverständige und Betreiber. Zum anderen verändert sich die Normenlandschaft: nationale Richtlinien wurden überarbeitet und stellen nun präzisere Anforderungen.

Sicherheitstechnik ist immer ein Spiegel des aktuellen Stands der Technik. Neue Erkenntnisse der Wissenschaft oder einzelner Hersteller setzen neue Rahmenbedingungen und fließen später in Normen und Gesetze ein. So war es zum Beispiel bei Autos. In den 1970er Jahren führten einzelne Hersteller erste Crash-Tests durch. Sie änderten in der Folge die Konstruktion ihrer Autos grundsätzlich. Auch in der Bühnentechnik verändern neue Erkenntnisse und der technische Fortschritt die Sicherheitstechnik.

Immer stärker und schnellere Antriebe

In der jüngsten Vergangenheit hat sich der Trend zu immer leistungsfähigeren bühnentechnischen Antrieben fortgesetzt. Stand der Technik in der Obermaschinerie sind Nutzlasten bis zu einer Tonne bei Geschwindigkeiten bis zu 1,8m/s. „Wir hatten das Gefühl, dass wir die entsprechende Auslegung der Konstruktionen bei diesen Leistungen nicht einfach linear fortschreiben konnten“, erklärt Volker Kirsch, Leiter Vertrieb Bühnentechnik bei Bosch Rexroth. „Die Ergebnisse unserer Testreihen haben gezeigt, dass wir damit richtig lagen.“

In einem speziell für Antriebssysteme der Bühnentechnik errichteten Testfeld haben Rexroth-Ingenieure umfangreiche Versuchsreihen durchgeführt. Das Ergebnis: Bei dem, den Verhältnissen in einem Theater weitgehend nachempfundenen Versuchsaufbau traten sowohl an der zu bewegenden Last als auch an der Maschine Belastungen von weit oberhalb der zweifachen Nennbelastung auf. Damit müssen alle im Kraftfluss befindlichen Komponenten deutlich stärker ausgelegt werden.

„Das heißt nicht, dass vorhandenen Bühnenantriebe grundsätzlich weniger sicher sind“, stellt Kirsch klar. Der weitaus überwiegende Teil der installierten Antriebe sei deutlich kleiner als die modernen Hochleistungsantriebe, für welche die Testaufbauten ausgelegt waren.“

Für Hersteller und Anwender gilt es nun, sich den neuen Anforderungen zu stellen. Bosch Rexroth hat die Erkenntnisse der Tests bereits in erste Lösungen umgesetzt.

Neu entwickelte, hydraulisch betätigte Sicherheitseinrichtungen von Rexroth zeigen in dem Winden-Prüffeld ein deutlich weicheres Not-Stopp-Verhalten. Das wirkt sich auf beide Problemstellungen aus: Es schont die zu bewegenden Lasten und setzt weniger Kräfte frei, die auf die Gesamtkonstruktion wirken.

Veränderte Normenlandschaft

In der Bühnentechnik hat der zuständige Normenausschuss im Jahre 2012 die Neufassung der DIN 56950 verabschiedet. Darin wird noch einmal deutlich gemacht, dass die gesamte Konstruktion auf die zweifache Nennbelastung und auf die einfache Störfallbelastung auszulegen ist. Das betrifft alle am Kraftfluss beteiligten Komponenten.

Zusätzlich akzeptieren Zertifizierungsgesellschaften wie der TÜV nur noch Sicherheitskonzepte, die der neuen Europäischen Maschinenrichtlinie sowie den ihr zugeordneten Sicherheitsgrund- und Sicherheitsfachnormen entsprechen. Diese verlangt eine deutlich komplexere Sicherheitsbetrachtung an deren Ende neben der Sicherheitsintegritätslevel-Einstufung (SIL) nach DIN EN 61508 auch eine Performance Level-Betrachtung nach DIN EN 13849 steht.

Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering, Fabrikautomation sowie Erneuerbare Energien für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Pneumatik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die über 37.500 Mitarbeiter 2012 einen Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeugtechnik, Energie und Gebäudetechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern erwirtschafteten mehr als 306.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 52,3 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2012 gab Bosch rund 4,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete mehr als 4.700 Patente weltweit an. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern – Technik fürs Leben weltweit anzubieten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de

 

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