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PI 085-12 27.11.2012

Innovative Maschinenkonzepte durch neue Wege im Software-Engineering

Innovative Maschinenkonzepte durch neue Wege im Software-Engineering

Mit dem Open Core Interface können Maschinenhersteller Applikationsprogramme mit Java als native Apps umsetzen und Smart Devices nahtlos in die Automatisierung einbinden.

Rexroth eröffnet Maschinenherstellern neue Freiräume durch erweiterten Zugriff auf den Steuerungskern

Maschinenhersteller stehen beim Software-Engineering von Maschinen und Anlagen vor neuen Herausforderungen. Zusätzlich zur Effizienzsteigerung in der SPS-Automatisierung geht es ihnen vermehrt darum, individuelle Software-Funktionen zu realisieren, um sich so vom Wettbewerb zu differenzieren. So bietet die Integration moderner IT- Technologien neue Ansatzpunkte in der Fertigung. Das IEC 61131-3 basierte Engineering stößt hier an seine Grenzen.

Mit Open Core Engineering schlägt Bosch Rexroth deshalb jetzt die Brücke zwischen SPS- und IT-Automatisierung und erhöht den Freiheitsgrad im Software-Engineering. Maschinenhersteller können aus Hochsprachen-basierten Anwendungen flexibel auf den Steuerungskern der Systemlösungen IndraMotion MLC und IndraLogic XLC zugreifen. So realisieren sie individuelle Lösungen selbstständig und einfacher sowie wirtschaftlicher als bisher.

Open Core Engineering bringt die Anforderungen der bislang getrennten Engineering-Welten in einem durchgängigen Lösungsangebot zusammen. Im Zentrum stehen Software Tools und Funktionspakete, die vollständig auf offenen Standards und Technologien aufbauen. Die neue Schnittstelle „Open Core Interface“ erweitert das bisher auf die SPS-Automatisierung fokussierte Software-Engineering für Hochsprachen-basierte Anwendungen. Mit zahlreichen Funktionsbibliotheken, angepasst auf unterschiedliche Entwicklungsumgebungen, erfolgt damit ein direkter Funktionszugriff bis auf den Steuerungskern. Maschinenhersteller können so zum einen individuelle Software-Funktionen selbst realisieren und zum anderen Hochsprachen-basierte IT-Technologien in ihre Automatisierungslösung integrieren. Konkrete Beispiele sind die Anbindung von Simulationstools oder die Verwendung von Smart Devices mit nativen Apps. Darüber hinaus ermöglicht Open Core Interface die Anbindung von Funktionen und Daten der Produktionsmaschinen aus IT-basierten Anwendungen wie beispielsweise Management Execution Systemen heraus.

Zugriff bis auf den Kern mit verschiedenen Geräten und Programmiersprachen

Mit dem Open Core Interface haben Maschinenhersteller die freie Wahl der Geräteplattform – ob PC, Steuerung oder Smart Device – und der erforderlichen Programmiersprache: von C/C++, C# (.NET), Visual Basic, VBA (Office), LabView G, Objective-C und Java bis hin zu allen Programmieranwendungen, die die Einbindung von Microsoft COM-Bibliotheken unterstützen. Sie können damit sogar individuelle Steuerungsfunktionen für Echtzeitanwendungen unabhängig vom Steuerungsprogramm umsetzen. Der Anwender kann also mit Hochsprachen eigene Software-Funktionen schreiben, die dann als hardwarenahe Echtzeit-Anwendungen direkt auf der Steuerung oder in Nicht-Echtzeit auf externen Geräten wie PCs oder Smart Devices ablaufen. Innovative Funktionen, sogar jene, die einen erweiterten Kernzugriff voraussetzen, können Maschinenbauer nun selbst realisieren - bei gleichzeitigem Know-how-Schutz.

Smart Devices und native Apps als Anwendungsbeispiele

Das Open Core Interface unterstützt mit Apple iOS und Google Android die derzeit wichtigsten Betriebssysteme für Smartphone und Tablet-PCs. Die hohe Marktdurchdringung von Smart Devices in Kombination mit ihren innovativen und komfortablen Bedienkonzepten weckt bei Maschinenherstellern wie -betreibern derzeit großes Interesse. Denn hier zeichnen sich für die Zukunft neue Möglichkeiten ab, die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine bedienerfreundlicher, flexibler und intuitiver zu gestalten. Mit dem Open Core Interface können Maschinenhersteller Applikationsprogramme mit Java als native Apps umsetzen, Smart Devices nahtlos in die Automatisierung einbinden und die Maschinenbetreiber mit neuen Diagnose- und Bedienkonzepten unterstützen. Die nativen Applikationen laufen dabei komplett auf dem Smart Phone oder Tablet PC, so dass das Maschinenprogramm davon unberührt bleibt.

Effizienter durch integriertes Know-how

Open Core Engineering kombiniert diese neuen Freiheitsgrade im Software-Engineering mit der vom Markt geforderten Engineering-Effizienz von der Projektierung bis zum laufenden Betrieb. Die Software IndraWorks integriert dabei sämtliche Werkzeuge sowie das branchen- und technologiespezifische Know-how von Rexroth in Form von Funktionspaketen in einem durchgängigen Engineering-Framework. So erzeugt beispielsweise das Funktionspaket GAT (Generic Application Template) nach den Vorgaben des Projektierers automatisch das lauffähige Maschinenprogramm und schafft so die Voraussetzung für die Entwicklung modularer Maschinen-Software. Ein weiteres Beispiel ist das Funktionspaket FlexProfile. Es vereinfacht die Ausführung komplexer Maschinenfunktionen, indem es alle Antriebsbewegungen automatisch an geänderte Parameter im Produktionsprozess anpasst.

Eine Vielzahl von branchen- und technologiespezifischen Funktionspaketen beschleunigt das Engineering, da der Maschinenbauer Basisfunktionalitäten bereits vorgefertigt erhält. Auf Basis offener Standards wie sercos, OPC-UA oder PLCopen gewährleistet Open Core Engineering zusätzlich eine hohe Zukunftssicherheit und schützt die Investitionen der Maschinenhersteller und -betreiber.

Die Bosch Rexroth AG ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologien. Für über 500.000 Kunden entstehen unter der Marke Rexroth maßgeschneiderte Lösungen zum Antreiben, Steuern und Bewegen. Bosch Rexroth ist Partner für Mobile Applications, Machinery Applications and Engineering, Factory Automation sowie Renewable Energies. Für die jeweiligen Märkte bildet das Unternehmen die Anforderungen und Besonderheiten ab. Als The Drive & Control Company entwickelt, produziert und vertreibt Bosch Rexroth seine Komponenten und Systeme in über 80 Ländern. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2010 mit 34.900 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 5,1 Milliarden Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten mehr als 300.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2011 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 51,5 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre mehr als 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2011 gab Bosch mehr als 4 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 4.100 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de

 

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