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PI 089-12 19.12.2012

Überregional: Azubis engagieren sich in sozialen Projekten Beim Besuch sozialer Einrichtungen machen die Rexroth-Nachwuchskräfte wertvolle Erfahrungen

Azubis engagieren sich in sozialen Projekten

In der Schreinerei der SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth arbeiteten die Auszubildenden Hand in Hand mit den Bewohnern.

Eine Ausbildung bei Bosch Rexroth umfasst weit mehr als die Vermittlung von Fachwissen. So beteiligen sich viele Auszubildende an den deutschen Standorten des Unternehmens an sozialen Projekten und engagieren sich in gemeinnützigen Einrichtungen. Die Eindrücke im Rahmen einer solchen Projektwoche sollen den Erfahrungsschatz der jungen Menschen bereichern und ihnen soziale Kompetenzen ebenso wie gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein vermitteln. Praktikumsplätze bieten unter anderem die SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth oder die Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten GmbH (GWW) in Nagold.

Lohr / Horb. Die Mitarbeit in sozialen Projekten hat für Auszubildende und Studierende bei Bosch Rexroth Tradition: Schon seit 2004 engagieren sich die Nachwuchskräfte auf freiwilliger Basis in unterschiedlichen Einrichtungen. Viele von ihnen sind zum ersten Mal konfrontiert mit Menschen, die aufgrund von körperlichen oder geistigen Einschränkungen nicht an gängigen Normen und Leistungskriterien zu messen sind. Die Mitarbeit korrigiert falsche Bilder in den Köpfen der jungen Menschen und hilft, Vorurteile abzubauen. Marvin Luger, der in der Bosch Rexroth Niederlassung in Horb im zweiten Lehrjahr zum Industriekaufmann ausgebildet wird, spricht nach seinem Besuch in der GWW gar von einer Erfahrung fürs Leben: „Mich hat überrascht, wie offen und herzlich die Mitarbeiter mit Handicap mir begegnet sind“, berichtet der 17-jährige. „Imponierend war außerdem, in wie viele Arbeitsbereiche behinderte Menschen involviert sind und welche Leistungen sie dort erbringen.“

„Es ist uns als ausbildendes Unternehmen wichtig, neben hervorragender fachlicher Kenntnisse auch soziale Fähigkeiten zu vermitteln“, erläutert Dr. Ingo Rendenbach, Senior Vice President Human Resources von Bosch Rexroth, die Motivation für das Angebot. „Die Mitarbeit in sozialen Projekten schärft bei unseren Nachwuchskräften das Einfühlungsvermögen in die Lebensumstände anderer Menschen und stärkt sie für einen verantwortungsbewussten Umgang miteinander. Von dieser Erfahrung profitieren wir als Unternehmen, aber natürlich auch die Gesellschaft.“

Von den Tagen in der GWW war auch Isabel Rath beeindruckt, die als Studentin des dualen Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen zunächst mit gemischten Gefühlen in die Einrichtung kam. „Die Offenheit der Menschen war dann richtig ansteckend“, findet sie. „Für mich war es eine einmalige Erfahrung und es hat meinen Blick auf die Welt behinderter Menschen sehr gewandelt.“ Maschinenbaustudent Tim Wilke war ebenfalls fasziniert, wie viel Lebensfreude die Mitarbeiter mit Handicap ausstrahlten. „Ich gewinne hier ungeheuer viele Eindrücke und lerne zahlreiche Menschen kennen, die alle wahnsinnig nett sind. Ich kann kaum deren Interesse an meiner Person befriedigen, obwohl sie mich kaum kennen.“

Jochen Güll, Fachkraft zur Berufsförderung bei der GWW, ist sich sicher, dass die Nachwuchskräfte von dem sozialen Projekt profitieren. „Sie sehen, dass es in einer schnelllebigen Welt nicht immer nur um Geschwindigkeit geht und lernen die Bedeutung von Werten wie Geduld, Hilfsbereitschaft und Verantwortung.“ Die GWW in Nagold und Bosch Rexroth in Horb verbindet eine langjährige Kooperation. Die Werkstätten sind in der Metallbearbeitung aktiv und produzieren für den Antriebs- und Steuerungspezialisten eine Reihe wichtiger Montageteile.

Azubis waren beeindruckt von Arbeitseinstellung und -leistung

Ähnliche Erfahrungen machen die Auszubildenden der Niederlassung Lohr in der SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth, in der St. Nikolaus-Schule Wombach der Lebenshilfe sowie in den Mainfränkische Werkstätten in Gemünden und Marktheidenfeld. Unter den 30 Nachwuchskräften, die sich an dem Projekt beteiligten, war auch Stephan Schreihanz aus dem zweiten Lehrjahr, der in der Schreinerei der Dorfgemeinschaft Hohenroth hospitierte. „Die Menschen in der Werkstatt waren voller Freude bei der Arbeit, ganz unabhängig davon, wie anspruchsvoll die Tätigkeiten waren. Das war schön zu sehen“, fasst er seine Erfahrung zusammen. Viviane Weyerich, Kauffrau für Bürokommunikation im zweiten Lehrjahr, war von den Fertigkeiten der Beschäftigten in der Kerzenwerkstatt beeindruckt: „Sie waren ungemein geschickt, haben rasch eine schöne Kerze nach der anderen produziert. Mir selbst ist das nicht im Ansatz so gut gelungen.“

Die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth bedankte sich mit einer Urkunde für das Engagement der Studierenden und Auszubildenden. Der Leiter der Einrichtung, Karlhainz Weigand, betonte dabei den Stellenwert der Besuche: „Wir wollen Menschen mit Behinderung möglichst weitgehend in einen normalen Alltag integrieren, dafür ist ein zwangloser Kontakt mit Menschen ohne Behinderung unentbehrlich.“

Das unterstützen die Azubis der Niederlassung in Lohr, indem sie Schüler der St. Nikolaus Schule zu einem dreitägigen Gegenbesuch einladen. Die Menschen mit Defiziten erhalten dort umgekehrt Einblicke in den Arbeitsalltag der Nachwuchskräfte – ein Miteinander, das schon vom selbstverständlichen Umgang zeugt. Für dieses Engagement unter dem Titel „Soziale Woche/Smile“ hat Bosch Rexroth schon 2008 den Hermann-Schmidt-Preis vom Verein „Innovative Berufsbildung“ erhalten.

Bild1+2: In der Kerzenwerkstatt und in der Schreinerei der SOS Dorfgemeinschaft Hohenroth arbeiteten die Auszubildenden Hand in Hand mit den Bewohnern.

Bild 3: Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen in Nagold häkelten Isabell Rath und Theresa Schlotter, im Rahmen eines Projekts der GWW, Mützen für den Weihnachtsmarkt.

Bild 4: Azubi Marvin Luger wurde von den Mitarbeitern der GWW Nagold freundschaftlich aufgenommen.

Bild 5: Dr. Ingo Rendenbach, Senior Vice President Human Resources von Bosch Rexroth.

Die Bosch Rexroth AG ist einer der weltweit führenden Spezialisten für Antriebs- und Steuerungstechnologien. Für über 500.000 Kunden entstehen unter der Marke Rexroth maßgeschneiderte Lösungen zum Antreiben, Steuern und Bewegen. Bosch Rexroth ist Partner für Mobile Applications, Machinery Applications and Engineering, Factory Automation sowie Renewable Energies. Für die jeweiligen Märkte bildet das Unternehmen die Anforderungen und Besonderheiten ab. Als The Drive & Control Company entwickelt, produziert und vertreibt Bosch Rexroth seine Komponenten und Systeme in über 80 Ländern. Das Unternehmen der Bosch-Gruppe erzielte 2011 mit 38.400 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 6,4 Milliarden Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeug- und Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik erwirtschafteten mehr als 300.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 51,5 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2011 gab Bosch rund 4,2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete über 4.100 Patente weltweit an. Mit allen seinen Produkten und Dienstleistungen fördert Bosch die Lebensqualität der Menschen durch innovative und nutzbringende Lösungen.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de