Inhalt
PI 033-13 11.04.2013

Start-Stopp für Baumaschinen

Start-Stopp für Baumaschinen

Die hydraulische Start-Stopp-Funktion für Baumaschinen senkt den Treibstoffverbrauch in Stillstandszeiten auf Null.

Bosch Rexroth denkt Automotive-Ansatz hydraulisch weiter

  • Energiespeicher bietet Kraftreserve
  • Treibstoffeinsparungen für Anwendungen mit hohem Stillstandsanteil
  • Atlas Weyhausen präsentiert Radlader mit Start-Stopp-Option auf der bauma 2013 in München

Bosch Rexroth präsentiert auf der bauma 2013 in München erstmals eine hydraulische Start-Stopp-Lösung für Baumaschinen. Zusammen mit neuen hydrostatischen Antrieben und Hybridlösungen lassen sich so die Emissionsvorgaben nach TIER 4 final einhalten und gleichzeitig Bedienkomfort und Arbeitseffizienz beispielsweise von Radladern oder Kippern steigern. Damit erfüllen Hersteller trotz der verschärften Normen die Forderung der Anwender nach verbrauchsarmen, aber leistungsstarken Fahrzeugen.

Ein Weg zur effizienten Nutzung von Verbrennungsmotoren ist die erstmals von Bosch eingeführte Start-Stopp-Technologie. Sie ist inzwischen in modernen Automobilen Standard und reduziert maßgeblich den Kraftstoffverbrauch. Eine Weiterentwicklung der Startertechnologie – wie im Automotivebereich erfolgt – steht für mobile Arbeitsmaschinen bislang nicht zur Verfügung. Bosch Rexroth hat dafür den Start-Stopp-Gedanken hydraulisch weitergeführt. Dabei war zu berücksichtigen, dass Off-Highway-Maschinen nicht nur fahren, sondern vor allem schwer arbeiten. Erst wenn kein Energiebedarf aus den Fahr- und Arbeitsfunktionen der Maschine besteht, kann der Verbrennungsmotor abgeschaltet werden – vorausgesetzt es ist eine ausreichende Kraftreserve für einen hydraulischen Start vorhanden.

Die Kraftreserve baut das Hydraulic Fly Wheel-System (HFW) auf. Es besteht aus bewährten Rexroth-Komponenten (Axialkolbenpumpe in Mooring-Bauweise, Steuerblock, Hydrospeicher und Steuergerät) im offenen Kreislauf und besitzt lediglich bei Grundkomponenten der Maschine wie Tank, Filterung und Kühlung eine Verbindung zum hydrostatischen Fahrantrieb oder zur Arbeitshydraulik. Das HFW-System nimmt Energie kurzfristig auf und stellt es dem Gerät zu einem späteren Zeitpunkt gezielt zur Verfügung – beispielsweise für einen Boost-Effekt, zur Unterstützung des Dieselmotors bei Leistungsspitzen oder eben für eine Start-Stopp-Funktion.

So wird die eingesetzte Energie wesentlich effektiver genutzt. Die Axialkolbeneinheit nimmt zunächst Moment an der Verbrennungsmotorwelle auf. Der erzeugte Ölstrom wird in einen Speicher geführt, dort steigt entsprechend der Druck und damit dessen Energieinhalt. Wird der Speicher entladen, arbeitet die Axialkolbeneinheit nun als Motor – eine besondere Eigenschaft einiger durchschwenkbarer Rexroth-Komponenten – und wandelt den Ölstrom wieder zurück in Antrieb für die Verbrennungsmotorwelle.

Dieses Konzept steht bei der neuen Start-Stopp-Lösung Pate. Hier prüft die Elektronik, ob im Speicher ausreichend Druck aufgebaut ist, um das Dieselaggregat neu zu starten, nachdem es abgestellt wurde. Steht der Verbrennungsmotor, prüft die Elektronik den möglichen Energiebedarf der Verbraucher ab. Müssen Fahrantrieb oder Arbeitshydraulik versorgt werden, startet sie den Dieselmotor sofort wieder mit der zuvor gespeicherten Energie. Die für Fahr- und Arbeitsfunktionen erforderliche Drehzahl wird dabei quasi augenblicklich ohne Verzögerung erreicht.

Die reine Start-Stopp-Funktion ist grundsätzlich auch ohne die beim HFW-Ansatz erforderliche, zusätzliche Pumpen-/Motor-Einheit möglich. Voraussetzung ist lediglich die Auslegung der schon vorhandenen Arbeitshydraulikpumpe als durchschwenkbare Variante. Dadurch kann sie auch als Hydromotor fungieren, um den Dieselmotor bei Bedarf wieder zu starten.

Genau diese Lösung hat Atlas Weyhausen zusammen mit Bosch Rexroth bei dem 4,4 t Radlader AR 60 umgesetzt. Technische Hintergründe zum Hydraulic Fly Wheel inklusive Start-Stopp zeigt Bosch Rexroth auf seinem Stand Nr. 319/414 in Halle A4.

Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering, Fabrikautomation sowie Erneuerbare Energien für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Pneumatik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die über 37.500 Mitarbeiter 2012 einen Umsatz von rund 6,5 Mrd. Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Mit Kraftfahrzeugtechnik, Energie und Gebäudetechnik, Industrietechnik sowie Gebrauchsgütern erwirtschafteten mehr als 306.000 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2012 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 52,3 Milliarden Euro. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 350 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 60 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2012 gab Bosch rund 4,5 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung aus und meldete mehr als 4.700 Patente weltweit an. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern – Technik fürs Leben weltweit anzubieten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de

 

Pressesuche


Kontakt

Manuela Kessler
Marktplatz 3 
97816 Lohr am Main
Telefon: +49 9352 18-4145
Fax: +49 711 811 517-2107
manuela.kessler@boschrexroth.de