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PI 040-14 26.05.2014

Veränderungen im weltweiten Markt für Lineartechnik

Bosch Rexroth stellt sich wettbewerbsfähiger auf und sichert so Standorte in Schweinfurt und Volkach

  • Fertigung in Europa wird kostengünstiger aufgestellt und Präsenz in China ausgebaut
  • Ergebnisse von Arbeitsgruppen werden umgesetzt
  • Zahl der Mitarbeiter in Schweinfurt/Volkach wird sich in den kommenden Jahren um 310 verringern
  • Standort Schweinfurt/Volkach bleibt Leitwerk und Leitentwicklungsstandort

Bosch Rexroth stellt seine Lineartechnikproduktion wettbewerbsfähiger auf und reagiert damit auf die geänderten Marktbedingungen. Der europäische Markt für Lineartechnik zeigte sich in den vergangenen Jahren schwach. Die Kunden passen sich dem volatileren Markt an und fordern zunehmend kürzere Lieferzeiten und höchste Lieferzuverlässigkeit. Aggressive neue Wettbewerber, vor allem aus Asien, erhöhen in allen Märkten den Druck auf die Preise. „Wir stellen uns diesen Veränderungen mit einem Konzept für die gesamte Lineartechnik“, sagt Harald Krug, kaufmännischer Leiter der Lineartechnik und kaufmännischer Werkleiter in Schweinfurt.

„Derzeit sind wir bei der Lineartechnik Marktführer in Europa“, so Krug weiter, aber der Wettbewerb hole immer schneller auf und erhöhe den Druck enorm. Man dürfe jetzt nicht den Zeitpunkt verpassen, sich dafür zu rüsten. „Die geplanten Maßnahmen helfen uns, unsere Standorte in Schweinfurt und Volkach zu sichern“, so Krug. Zum einen plant Bosch Rexroth, einzelne Lineartechnikkomponenten in Europa kostengünstiger zu fertigen. Dazu werden die bereits 2009 beschlossenen Verlagerungen vollständig umgesetzt, um die Stärken des europäischen Produktionsnetzwerks von Schweinfurt/Volkach mit Blaj (Rumänien) kundenorientiert zu nutzen.

„Gleichzeitig müssen wir erkennen, dass wir auch bei einem geplanten deutlichen Umsatzwachstum nicht genug Beschäftigung für alle Mitarbeiter in Schweinfurt und Volkach haben“, räumt Krug ein. So sei ein Abbau bestehender Überkapazitäten notwendig. Für die Standorte Schweinfurt und Volkach bedeutet das, dass in Summe in den nächsten zwei Jahren 310 Stellen entfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien derzeit nicht geplant, betont Krug. Stattdessen setze das Unternehmen auf Versetzungen innerhalb der Bosch-Gruppe, Vorruhestandsregelungen oder freiwillige Abfindungsangebote.

Als zweiter Aspekt des Konzepts soll die Präsenz im Wachstumsmarkt China ausgebaut werden. „In Asien ist eine lokale Fertigung unabdingbar, um sich im Markt zu behaupten“, erklärt Stefan Schmitz, technischer Leiter Lineartechnik. Bosch Rexroth habe den Markteintritt in Asien über die vergangenen Jahre vorangetrieben und zum Beispiel chinesische Lineartechnikkunden bislang vorwiegend aus Schweinfurt heraus bedient. Die langen Lieferwege, das lokale Preisniveau und die große Entfernung zu den Kunden sowie deren besondere Anforderungen machen es aber bei allen Anstrengungen auf Dauer nicht möglich, im asiatischen Markt aus Schweinfurt heraus Fuß zu fassen. Daher setzt Bosch Rexroth auf „local for local“ und wird in China weitere Fertigungslinien für die Lineartechnik aufbauen.

Einen weiteren Punkt im Gesamtkonzept nehmen die Ergebnisse von internen Arbeitsgruppen ein. Diese sind im Herbst 2013 mit Beteiligung des Betriebsrats gestartet und haben ebenfalls Ansätze geliefert, wie die Wettbewerbsfähigkeit der Lineartechnik weiter gesteigert und das geplante Umsatzwachstum erreicht werden kann. „Die Arbeitsgruppen haben sich intensiv damit beschäftigt, wie wir flexibler werden, neue Wachstumschancen nutzen und den Anforderungen unserer Kunden noch besser entsprechen“, sagt Schmitz. Dazu werden an allen weltweiten Lineartechnikstandorten die Prozesse der gesamten Wertschöpfung, von der Beschaffung über die Fertigung bis hin zur Auslieferung optimiert. Auch in den Werken in Schweinfurt und Volkach sind verschiedene Maßnahmen geplant, um die Prozesse zu verbessern. Durch diese Maßnahmen sollen nicht nur die Kosten gesenkt werden, sondern vor allem eine höhere Lieferperformance und eine höhere Flexibilität erreicht werden.

Des Weiteren sollen in Schweinfurt/Volkach anspruchsvolle Fertigungsprozesse weiter ausgebaut werden. Dazu gehören die Entwicklung von Fertigungstechnologien, neue Serienprodukte und das kundenspezifische Projektgeschäft für mechatronische Systeme. Der Standort bleibt somit Leitwerk und Leitentwicklung für die Linearerzeugnisse sowie Kompetenzzentrum für Kunststoffe im Bosch Rexroth Verbund. „Die Lineartechnik ist ein Kernbereich der Fabrikautomation von Bosch Rexroth“, sagt Schmitz. Man bekenne sich zur Lineartechnik und zum Standort.

Diese offene und konstruktive Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen habe sich sehr bewährt, bestätigt Krug. Man wolle daher auf dieser Basis weiterarbeiten, um weitere Kostenverbesserungen für die Standorte Schweinfurt und Volkach zu erarbeiten. „Es ist leider eine Tatsache: wir haben auch nach Abschluss der jetzt geplanten Maßnahmen noch eine Kostenlücke“, erklärt Krug. Es gelte nun gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern weitere Maßnahmen zu beschließen, um diese Lücke zu schließen und so weiteren Personalabbau zu vermeiden.

Man wolle sich schon diese Woche zu ersten gemeinsamen Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern treffen, sagt Krug. Derzeit sind rund 2.000 Mitarbeiter bei Bosch Rexroth in Schweinfurt und Volkach beschäftigt.

Wirtschaftlich, präzise, sicher und energieeffizient: Antriebs- und Steuerungstechnik von Bosch Rexroth bewegt Maschinen und Anlagen jeder Größenordnung. Das Unternehmen bündelt die weltweiten Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile Anwendungen, Anlagenbau und Engineering, Fabrikautomation sowie Erneuerbare Energien für die Entwicklung innovativer Komponenten, maßgeschneiderter Systemlösungen und Dienstleistungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebe und Steuerungen, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik aus einer Hand. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten die rund 36.700 Mitarbeiter 2013 einen Umsatz von rund 5,7 Mrd. Euro.

Mehr Informationen unter www.boschrexroth.com

Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungsunternehmen und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013 mit rund 281 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 46,1 Milliarden Euro. (Hinweis: Aufgrund geänderter Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind die Kennzahlen für 2013 mit den früher veröffentlichten Kennzahlen für 2012 nur bedingt vergleichbar). Die Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Kraftfahrzeugtechnik, Industrietechnik, Gebrauchsgüter sowie Energie- und Gebäudetechnik. Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH und ihre rund 360 Tochter- und Regionalgesellschaften in rund 50 Ländern; inklusive Vertriebspartner ist Bosch in rund 150 Ländern vertreten. Dieser weltweite Entwicklungs-, Fertigungs- und Vertriebsverbund ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum. Im Jahr 2013 investierte die Bosch-Gruppe rund 4,5 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung und meldete rund 5 000 Patente an. Das sind durchschnittlich 20 Patente pro Tag. Ziel der Bosch-Gruppe ist es, mit ihren Produkten und Dienstleistungen die Lebensqualität der Menschen durch innovative, nutzbringende sowie begeisternde Lösungen zu verbessern und Technik fürs Leben weltweit anzubieten.

Mehr Informationen unter www.bosch.com, www.bosch-presse.de, http://twitter.com/BoschPresse

 

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