Im Plan vom Stapel laufen

Marginale Spalte

Oben: Das Spezialschiff von Allseas transportiert Plattformaufbauten in einem Stück und verlagert die Demontage an Land.

Grafik: Allseas

März 2013

 

Der Spezialschiffhersteller Allseas setzt auf verbindliche Projektprozesse.

 
 

Im Spezialschiffsbau führen Verzögerungen in der Projektphase zu empfindlichen finanziellen Verlusten. Prozesssicherheit und ein zuverlässiger Partner waren daher auch für Allseas wichtige Anforderungen, als es an die Planung des weltweit größten Montageschiffs ging, das 2014 vom Stapel laufen soll. Es kann bis zu 48.000 Tonnen schwere Oberwerke (englisch Topsides) von Offshoreanlagen sowie 25.000 Tonnen schwere Stahlplattformen abheben und transportieren.

Für Lösungen des Antriebs- und Steuerungssystems sowie Komponenten des Topside Lifting System (TLS) wandte sich Allseas 2008 an seinen langjährigen Partner Bosch Rexroth. Aufgrund der Einzigartigkeit und Komplexität der Anforderungen einigte man sich, die Entwicklung des TLS gemeinsam in Angriff zu nehmen und Schritt für Schritt zu den Details vorzudringen. Daraus ging ein Engineering-Vertrag für das System-Engineering inklusive begleitender Simulation hervor.

Die aus diesem Vertrag resultierenden Lasten hefte sahen diverse Gewerke vor, aus denen drei Teilprojekte für Detail-Engineering sowie Produktions- und Einkaufsphase entstanden: jeweils eines für das Zentralaggregat, den Horizontalantrieb und den Vertikalantrieb ‒ mehrere Prozessketten, die parallel laufen und sich gegenseitig beeinflussen. Eine besondere Herausforderung für das internationale Rexroth-Team aus Entwicklung, Qualitätssicherung, Projektmanagement und Einkauf stellte darüber hinaus die Machbarkeit innerhalb limitierter Zeitvorgaben dar. Das galt vor allem für die Produktionsphase, in der es darum ging, die weltweit verteilten Fertigungskapazitäten zeitlich optimiert, aber auch realistisch einzuplanen.

Am Beispiel des Horizontalantriebs lässt sich gut die technische Expertise von Bosch Rexroth in dem Anwendungsfeld demonstrieren. Die Rexroth-Ingenieure erstellten für die Auswahl des optimalen Horizontalantriebs eine Matrix mit 16 Antriebsarten und berücksichtigten dabei sowohl technische und finanzielle als auch Instandhaltungsaspekte.

Was kompliziert klingt, bedeutet im Endeffekt einen deutlichen Vorteil für den Kunden: Er bekommt die optimale technische Lösung für seinen Einsatzfall. Durch die Verfolgung verbindlicher Projektmanagementprozesse wird er in späteren Phasen vor unnötigen Schleifen geschützt, sodass am Ende ein weiteres erfolgreiches Projekt und ein weiterer zufriedener Kunde der Liste der Referenzen hinzugefügt werden können.