Ein Herz für Bagger

Ein Herz für Bagger

März 2015

 

Mit der RS-Steuerblock-Plattform entwickeln Kompaktbagger einen Sinn fürs Energiesparen und echtes Feingefühl.

Städte ziehen weltweit die Menschen an. Für sie muss Wohnraum geschaffen werden. Um in Häuserschluchten und zwischen Straßenzügen optimal arbeiten zu können, sind wendige, leistungsstarke und vielseitige Baufahrzeuge gefragt. Daher graben, hämmern und greifen auf urbanen Baustellen zunehmend Kompaktbagger zu. Die Anforderungen an die Maschinen steigen stetig: Für ihren Job auf engem Raum und mit vielfältigen Aufgaben verlangen die Anwender bessere Steuerbarkeit und der Gesetzgeber fordert immer niedrigere Emissionswerte. „Große Sprünge sind hier nur über das gesamte Arbeitssystem möglich“, betont Gilles Chetail, Leiter des Anwendungszentrums für Kompaktbagger bei Bosch Rexroth im französischen Vénissieux. Potenzial bietet vor allem die Arbeitshydraulik mit lastdruckunabhängiger Durchflussverteilung (LUDV). Sie verbessert von Haus aus sowohl die Ausnutzung der verfügbaren Motorleistung als auch die Feinsteuerbarkeit und Präzision des Baggers. Zudem spart sie Kosten bei Design und Wartung, da der Hydraulikkreislauf im Einkreissystem aufgebaut ist. Dabei ist nur eine Pumpe nötig und auch die Verrohrung ist deutlich einfacher.

Großes Erbe SX

Steuerblock und Pumpe bilden das kraftvolle Herz der Arbeitsmaschine. Und hier setzt auch der weitere Fortschritt des LUDV-Systems an. 2012 entwickelte Rexroth die äußerst erfolgreiche SX-Steuerblock-Serie weiter, der RS12 folgte auf den SX12. Mit dieser Serie hatte das Unternehmen das LUDV bei Kompaktbaggern etabliert. Arbeiteten bis vor 15 Jahren nur fünf Prozent der Arbeitsmaschinen mit LUDV, ist es heute rund die Hälfte.

Die Nachfolgeplattform RS tritt also ein großes Erbe an, beeindruckt aber mit ihren ersten Auftritten. „Von den Kunden haben wir bislang sehr positives Feedback erhalten“, sagt Stephan Brummund, Gruppenleiter RS Entwicklung. „Mit dem neuen Steuerblock lassen sich abhängig vom Aufbau des jeweiligen Baggers zehn bis 15 Prozent Energie einsparen – und das bei gleichzeitiger Erhöhung der Produktivität.“ Der RS12 für Bagger hat jetzt einen großen Bruder bekommen: den RS15, der im November 2014 in Produktion ging. Der RS12 ist für drei bis acht Tonnen ausgelegt, der RS15 für Bagger zwischen acht und zwölf Tonnen.

„Den Anstoß für die Entwicklung gaben die gestiegenen Marktanforderungen“, erklärt Chetail. Um höhere Effizienz und bessere Feinsteuerbarkeit zu erreichen, war es nötig, das Design des Steuerblocks zu ändern. „Die Herausforderung bestand darin, diese Änderungen mit den Limitierungen des Bauraums zu erfüllen“, ergänzt Brummund. Um die Effizienz zu erhöhen, mussten die internen Druckverluste gesenkt werden. Dafür haben die Entwickler die Kanäle im Steuerblock anders geführt und gleichzeitig deren Durchmesser vergrößert. Durch ihre lange Erfahrung bei System- und Ventiloptimierung konnten sie gleichzeitig auch die Manövrierbarkeit verbessern.

Höhere Effizienz

Ohne die Systemarchitektur in ihren Maschinen ändern zu müssen, haben Hersteller beim Wechsel auf die neuen Steuerventile bei gleichem Druckniveau mehr Ölmenge für die Bewegungen der Maschine zur Verfügung. Beide Ventile eignen sich primärseitig bis 350 bar, dadurch eröffnen sich neue Perspektiven bei der Auslegung der Hydraulik, was wiederum den Wirkungsgrad des Systems weiter positiv beeinflusst.

Aber auch bei der Pumpe, mit der der Steuerblock zusammenarbeitet, ist der Blick auf noch höhere Effizienz gerichtet: Der kleine Steuerblock kommt am häufigsten mit der Verstellpumpe A10VO zum Einsatz. Parallel dazu steht mit der A7VO-Schrägachsenpumpe ein alternatives Konzept bereit, mit dem sich der Wirkungsgrad weiter verbessern lässt – bei beiden Brüdern.