Hydraulik für den Rübenroder

Die Summe der Neuentwicklungen macht den Tiger 5 zu einem effizienten Arbeitsgerät für Zuckerrübenbauern und Lohnbetriebe.
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November 2015

 

Der Tiger 5 ist das Premiummodell von Ropa im Segment der Zuckerrüben-Vollernter. Der 15-Meter-Gigant überzeugt mit stufenlosem Antriebsstrang und bleibt dank Hydraulik selbst am Hang stabil.

626 PS aus 15,6 Litern Hubraum, Tempo 40 als Spitze bei Leerfahrt, 33 Tonnen Eigengewicht und über 30 Tonnen Rüben-Nutzlast – mit seinen Leistungsdaten ist der Tiger 5 der Ropa Fahrzeug- und Maschinenbau GmbH das Topmodell in seinem Segment. Einzigartig unter den dreiachsigen Rübenrodern sind der stufenlose Fahrantrieb und der automatische, hydraulische Hangausgleich. Das beeindruckt auch Experten. Auf der französischen Landtechnik-Messe „SIMA“ im Februar wurde der Roder in seiner Kategorie zur „Maschine des Jahres 2015“ gekürt. Der Preis gilt als „Oscar in der Landtechnik“.

Stufenloses Getriebe: Vortrieb ohne Zugkraftunterbrechung

Die 626 PS des Antriebsaggregats überträgt ein gemeinsam von Ropa, Getriebe- und Achsenhersteller Omsi Transmissioni S.p.A aus Italien und Bosch Rexroth entwickelter stufenloser Fahrantrieb. Michael Gruber, Bereichsleiter Technik Zuckerrübe bei Ropa im bayerischen Herrngiersdorf: „Wir wollten mit unserer Neuentwicklung alle Wettbewerber übertreffen. Das ist uns mit einem schlagkräftigen Trio aus drei namhaften Firmen gelungen.“ Bereits vier Wochen nach dem gemeinsamen Auftaktmeeting stand das antriebstechnische Grobkonzept. Das Constant-Variable-Ropa-(CVR)-Getriebe besteht aus drei Hydraulikmotoren auf einem Summierungsgetriebe und sitzt zwischen Motorraum und dritter Achse.

Das Besondere daran ist das Zusammenspiel der zwei Verstellmotoren mit einem Konstantmotor. Für maximale Zugkraft sind alle drei Motoren zum Start gemeinsam aktiv. Um die Fahrgeschwindigkeit zu steigern, wird zuerst der Verstellmotor an der großen Übersetzung Richtung null geschwenkt. Bei null angekommen, hat er seine Drehzahlgrenze erreicht und wird über eine nasse Lamellenkupplung abgekoppelt. Da der Motor nicht mehr mitgedreht wird, verursacht er keine Verluste. Um die Fahrgeschwindigkeit weiter zu steigern, wird der zweite Verstellmotor ebenfalls Richtung null geschwenkt, bleibt aber eingekoppelt. Bei maximaler Fahrgeschwindigkeit ist somit nur noch der Konstantmotor am Antrieb beteiligt. Aufgrund des größeren Schwenkwinkels und der geringeren Durchflussverluste ist sein Wirkungsgrad höher: Der Anwender spart Kraftstoff. Die effiziente Kraftübertragung führt zu erstaunlichen Leistungswerten. Während der Tiger im Feldmodus auf maximal 18 Kilometer in der Stunde elektronisch begrenzt ist, legt er die Strecke von Acker zu Acker auf der Straße mit einer Maximalgeschwindigkeit von 40 Kilometern je Stunde zurück – ganz ohne Schaltvorgang und Zugkraftunterbrechung. Sein Spitzentempo schafft der Tiger bei sparsamen 1.195 Umdrehungen in der Minute, im Feld rodet er bereits ab 1.100 Umdrehungen. Das niedrige Drehzahlniveau haben die Entwickler bewusst ins Lastenheft aufgenommen – zugunsten niedriger Verbrauchswerte.

Der Tiger 5 schaltet dabei auf Knopfdruck vollautomatisch vom Straßenfahrmodus in den Feldmodus. Entladeband, Ringelevator, Bunkerschnecke und weitere Baugruppen klappen nacheinander aus – überwacht von Sensoren und hydraulisch angetrieben von Motoren. Gegenüber seinem Vorgänger passiert das alles um 50 Prozent schneller.

Sicher in allen Lagen

Speziell für den Tiger 5 hat Ropa zudem ein hydraulisches Fahrwerksystem mit einer Pendelvorderachse und zwei hydraulisch gelagerten Hinterachsen entwickelt. Im Vergleich zu konventionellen Dreiachsrodern mit im Rahmen verschraubter Mittelachse reduziert sich die Wankneigung der Maschine auf ein Drittel. Dafür sorgt die hydraulische Verbindung der Stabilisierungszylinder an den Vorder- und Hinterachsen jeder Seite. Dadurch verbessert sich ebenfalls die Reihen- und Tiefenführung des Rode-Aggregats.

Souverän arbeitet der Rübenroder auch auf schwierigem Terrain. Mittels sechs sensorgesteuerter Hydraulikzylinder wird das komplette Fahrzeug bis zu zehn Prozent zum Hang hin geneigt und dadurch in der Waagerechten gehalten. Der beidseitig mögliche Ausgleich bietet mehrere Vorteile: Für den Fahrer bringt er ein Plus an Komfort, da er immer aufrecht sitzt – und das Fahrzeug macht er sicherer. Denn auch im extremen Gelände bleibt der Tiger trotz höherem Rübenbunker selbst dort stabil, wo andere Roder längst kippen würden.

Die Summe an Neuentwicklungen macht den Tiger 5 zu einem effizienten Arbeitsgerät für Zuckerrübenbauern und Lohnbetriebe. Reduzierte Betriebskosten bei gesteigerter Tagesleistung attestieren die Kunden – in Märkten rund um den Globus. Auch das ist ein Ergebnis des bewährten Zusammenspiels von Ropa, Omsi und Bosch Rexroth.