Kraftvoll um die Ecke bohren

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Kraftvoll um die Ecke bohren

März 2015

 

Horizontale Richtbohrungen nach Öl und Gas liegen voll im Trend. Bohrantriebe müssen hier besonders kraftvoll, kompakt und zuverlässig arbeiten. Die kanadische Firma Warrior bietet dafür hydraulische Kraftdrehkopfsysteme.

Die Bohrtechnik der Öl- und Gasindustrie hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten stark geändert. Bohrte man vor zwanzig Jahren schnurgerade nach unten, ist die Sache heute komplexer: Die Industrie verlangt Bohrkanäle, die die Richtung wechseln und viele Hundert Meter tief im Erdreich horizontal verlaufen können. Denn ein horizontales Bohrloch deckt ein viel größeres Areal ab als ein vertikales – damit steigt der Ertrag pro Bohrung gewaltig. Außerdem können so Lagerstätten von Öl und Gas erschlossen werden, an die man direkt von oben nicht herankäme.

Darrell McGrath, Präsident und CEO des kanadischen Bohrgeräteherstellers Warrior: „Nichts hat das Tiefbohrgeschäft so verändert wie die Entwicklung des Richtbohrens.“ Das betrifft auch den Antrieb. Der muss bei einer horizontalen Bohrung besonders viel Drehmoment auf den Bohrstrang bringen. McGrath berichtet: „Als wir unseren Kraftdrehkopf entwickelten, haben wir uns deswegen gegen einen Offsetmotor mit Getriebe entschieden und stattdessen auf den Hägglunds CA von Rexroth mit voll variabler Geschwindigkeit gesetzt. Denn der konzentrische Hydraulikmotor treibt den Bohrstrang direkt an. Damit erreichen wir rund 20 Prozent mehr Drehmoment.“

Je kompakter, desto mehr Möglichkeiten

„Das zweite wichtige Argument für den Hägglunds CA Motor war, dass er sehr kompakt ist“, ergänzt McGrath. „Mit dem Direktantrieb konnten wir den Kraftdrehkopf insgesamt äußerst kompakt bauen.“

Bohrtürme gibt es in allen möglichen Formen und Größen. McGrath erklärt: „Vor zwanzig, dreißig Jahren war es nicht üblich, den Antrieb des Bohrstrangs direkt am Mast anzubringen. Damals baute man Landbohranlagen noch mit dem sogenannten Kelly-Antrieb unten am Drehtisch.“ Deshalb haben ältere Bohrtürme die klassische Form, die sich zur Spitze hin verengt. Kompaktheit ist darum bei den bis zu 350 Tonnen schweren Kraftdrehköpfen der entscheidende Vorteil, gerade bei Retrofitaufträgen. „Erst neulich installierten wir unsere Kraftdrehköpfe auf kleinen Bohrmasten in Indonesien, weil die Antriebe unserer Wettbewerber schlicht zu groß waren und nicht passten.“

Zuverlässigkeit und einfache Wartung

Warrior Manufacturing Services Ltd. startete 2005 in Calgary, der Hauptstadt des kanadischen Ölstaates Alberta, und stellt seither Komponenten fürs Tiefbohren her, zum Beispiel elektrische und hydraulische Kraftdrehköpfe, Konter- und Brechvorrichtungen sowie angetriebene Wartungsbühnen oder Hebewerke. Warriors Kunden kommen hauptsächlich aus Nord- und Südamerika sowie Südostasien und legen allerhöchsten Wert auf Zuverlässigkeit und einfache Wartung. Das ist besonders bei Kraftdrehköpfen wichtig. „Gibt es hier Probleme, steht die komplette Bohranlage still. Und Stillstand kostet im Ölbusiness richtig viel Geld“, sagt McGrath. Auch das ist ein Grund für den Hägglunds CA Motor: „Aus Erfahrung wissen wir, wie zuverlässig er arbeitet und dass Bosch Rexroth hierfür einen schnellen und exzellenten Service anbietet.“

Kraftvoll um die Ecke bohren

Kraftdrehkopf:

Kraftdrehköpfe – auch Top Drives genannt – treiben den Bohrstrang an und sorgen für die Rotation. Sie haben das traditionelle Antriebssystem per Mitnehmerstange (Kelly) und Kugellager am Drehtisch fast vollständig abgelöst. Kraftdrehköpfe kommen vor allem bei langen Richtbohrungen zum Einsatz.

Richtbohren:

Bei einer Richtbohrung wechselt der Kanal in der Tiefe die Richtung. Damit deckt ein Bohrloch ein großes Areal ab und kann Vorkommen erschließen, die eine vertikale Bohrung nicht erreichen könnte.