Marginale Spalte

TCO bei Bosch Rexroth

November 2011

 

Für die Berechnung der TCO gibt es eine Vielzahl von Instrumenten und Methoden. Wichtig bei Entwicklung und Einsatz eines TCO-Managements ist es, die wesentlichen Funktionsbereiche und Lieferanten mit an den Verhandlungstisch zu holen. Erst durch kooperative Zusammenarbeit aller Akteure lassen sich Aufwand und Nutzen optimieren und die Gesamtkosten am Ende minimieren.

 
 

TCO werden als Grundlage für Investitionsentscheidungen bei Bosch Rexroth herangezogen. Von den Maschinenlieferanten werden in den Angeboten auch TCO-Werte erfragt, die dann als Grundlage für eine Entscheidung dienen. Durch die unternehmensinternen Zielsetzungen zur CO2-Reduktion in den Werken um 20 Prozent bis 2020 kommt dem TCO-Hebel „Energiekosten“ eine besondere Bedeutung zu. Dabei werden gemäß der Systematik Rexroth 4EE (Rexroth for Energy Efficiency) mit den Schwerpunkten Efficient Components, „Energy Recovery, Energy on Demand und „Energy System Design vorhandene Kosteneinsparungspotenziale ermittelt und gehoben.

Umgekehrt sind TCO für Bosch Rexroth auch als Lieferant von Produkten für die Fabrikautomation relevant. Ein Schlüssel zur Senkung der TCO sind auch hier energieeffiziente Systeme mit hoher Zuverlässigkeit. In Produkten wie der modernen CNC-Steuerung IndraMotion MTX wurden die TCO-Anforderungen mit dem integrierten Energieanalyse-Tool MTX ega und der Maschinenzustandsüberwachung MTX rcm konsequent umgesetzt. Ferner werden in Werkzeugmaschinen durch Sytronix (drehzahlvariable Pumpenantriebe) anwendungsabhängig 30 bis 70 Prozent Energie gegenüber konventionellen Lösungen eingespart.

Bei gegebenen Randbedingungen konnten so an einer Beispielmaschine durch eine Energieverbrauchsreduzierung um 36 Prozent die TCO um bis zu neun Prozent gesenkt werden. Um für die Doppelrolle von Bosch Rexroth als Kunde und Lieferant ein sinnvolles unternehmensweites TCO-Modell auszuwählen, werden aktuell im Rahmen einer Promotionsarbeit die verschiedenen TCO-Modelle detailliert betrachtet und die für die Einführung notwendigen Konzepte entwickelt.

Seit 2009 befasst sich Tim Brügge, Mitarbeiter bei Bosch Rexroth, im Rahmen seiner Dissertation mit einem Vorgehensmodell der Total Cost of Ownership für Unternehmen der Maschinenbaubranche. In Kooperation mit dem Institut für Unternehmensrechnung und Controlling der Technischen Universität Chemnitz geht es dabei schwerpunktmäßig um die Entwicklung eines Modells für die Einführung, Umsetzung und Bewertung des TCO-Ansatzes. Der vorliegende Artikel basiert auf Auszügen dieser Arbeit.