Flüssiger Betrieb

Marginale Spalte

März 2012

 

Auf dem Vierwaldstätter See fährt ein Katamaran in Richtung Zukunft. Ein Schlüssel zum Erfolg heißt Marex OS II.

 
 

Wer von der „Schweizer Flotte“ spricht, macht meist einen Scherz auf Kosten des Alpenlands ohne Zugang zum Meer. Ralph Erb meint es allerdings ernst, wenn er von der Zukunftsfähigkeit der Schweizer Schifffahrt spricht: Auf den größten der rund 1.500 Seen des Landes herrscht reger Verkehr.

Erb ist technischer Kundenberater der größten Werft der Eidgenossen, der SHIPTEC Lucerne. Das Unternehmen mit eigenem Ingenieurbüro bringt frischen Wind in die Schweizer Binnenschifffahrt. „Wir entwickeln ganzheitliche Konzepte, bei denen wirtschaftlicher Betrieb, Gastronomie und Schiff perfekt zusammenpassen“, erklärt Erb das Erfolgsrezept.

Optimal im Verbrauch

Bestes Beispiel dafür ist die MS Cirrus, die auf dem Vierwaldstätter See im Linienverkehr und als schwimmender Veranstaltungsraum mit Alpenpanorama im Einsatz ist. Zum Erfolg trägt aber auch die Konstruktion bei. „Wir müssen auf Zeiträume von 20 bis 25 Jahren schauen, und da spielen die Unterhaltskosten eine enorm große Rolle“, betont Erb. Der 40 Meter lange Katamaran ist komplett aus Aluminium gefertigt. Durch das niedrige Gewicht und einen strömungsgünstig gefertigten Doppelrumpf sinkt der Verbrauch gleich zweifach.

Die Steuerung hilft mit beim Sparen. Die Spezialisten von Rexroth haben bei der Feinjustierung für einen verbrauchsoptimierten Betrieb gesorgt. SHIPTEC setzt bei der MS Cirrus erstmals das Fernsteuerungssystem Marex OS II ein. Das zeichnet sich vor allem durch seine flexible Parametrierung aus.

So kam die Anlage maßgeschneidert konfiguriert und als schlüsselfertiges System an. Neben dem Verbrauch verringert das System dank Signal- und Datenübertragung mit dem CAN-Bus auch den Verkabelungsaufwand und sorgt für transparenten Datenzugriff bei der Diagnose. Marex OS II überzeugt aber auch in Sachen Sicherheit: Beim sogenannten Notmanöver reduziert die optimierte Abstimmung und Anpassung der Systemparameter das Aufstoppen aus voller Fahrt auf zweieinhalb Schiffslängen.

Weniger Stop, mehr Go

Für gute Bedienbarkeit sorgen insgesamt drei Kommandogeber auf dem Katamaran mit seinen beiden 500 PS starken Motoren: Neben dem Hauptfahrstand gibt es jeweils einen Außenfahrstand auf der Backbord- und der Steuerbordseite. Sie ermöglichen eine bessere Übersicht bei den zahlreichen An- und Ablegemanövern.

Denn auf den dicht befahrenen, 38 Kilometer langen Seewegen auf dem Vierwaldstätter See fahren die Schiffsführer ausschließlich manuell. Dadurch sind alle Bauteile einer höheren Beanspru­chung ausgesetzt – wie bei Autos im städtischen Stop-and-go-Verkehr. Bei höherem Verschleiß wird schneller Service umso wichtiger.

„Wir sind ja auch für die Instandhaltung verantwortlich“, erklärt Erb – und weiß genau, dass jede Stunde Stillstand erhebliche Einnahmeausfälle verursacht. Daher schätzt SHIPTEC den schnellen Service des Fachpersonals von Bosch Rexroth in der Schweiz. Damit ein flüssiger Betrieb garantiert ist.