Marginale Spalte

In diesem Velodrom fanden 2004 die Radwettkämpfe der Olympiade in Athen statt.
Foto: Ortic AB

Die Eventstätte „Le Tarmac“ im französischen Déols.
Foto: Ortic AB

24 Walzen formen die bis zu 150 Meter langen Bauteile auf vier Achsen.
Foto: Ortic AB

Ortic auf dem Dach

November 2011

 

Allein im Dach eines modernen Sportstadions sind Tausende von maßgeschneiderten Metallteilen verbaut. Da ist es für einen Architektur-Profilspezialisten eine ganz besondere Erleichterung, dass der jüngste 3D-Walzprofilierer von Ortic kompakt in einen Container passt.

Die Maschine kann so an einem Kran aufs Dach gehoben werden und die Teile dort formen, wo sie gebraucht werden. Dabei wartet diese Weiterentwicklung des 3D-Walzprofilierers für die Architekturanwendung mit einem weiteren Feature auf: Die bis zu 150 Meter langen rollgeformten Teile können direkt in der Maschine auch noch leicht gebogen werden.

Vorher war dafür eine getrennte Anlage notwendig. „Das Material nur einmal bearbeiten zu müssen, ist ein riesiger Vorteil“, bestätigt Mattias Nord, Produktionsverantwortlicher von Ortic. Rexroth war in den gesamten Entwicklungsprozess involviert und unterstützt Ortic mit seinem globalen Logistiknetzwerk.

Ein Großteil der Automatisierungs- und Antriebskomponenten stammt ebenfalls von Rexroth: Sämtliche Bewegungen übernehmen Motoren aus der Serie IndraDrive Mi mit integrierten Servoantrieben. Strom und Steuersignale fließen so durch jeweils nur ein einziges Kabel, das darüber hinaus mit Schnellsteckverbindern mit Bügelschloss ausgestattet ist.

„Dank der Reihenschaltung aller Servoantriebe ist das Hitzeaufkommen im Schaltschrank gegenüber dem Vorgängermodell des 3D-Walzprofilierers bedeutend niedriger“, erläutert Mattias Nord. „Aus demselben Grund reduzierte sich auch die Verkabelung um 70 Prozent – ein wichtiger Faktor für eine mobile Maschine.“

Die Übertragung der Bewegungen erfolgt schnell und genau ebenfalls mit Rexroth-Komponenten über einen Kugelgewindetrieb mit elektromechanischem Hubzylinder und Profilschienenführungen. 24 Walzen formen und biegen die Bauteile auf vier Achsen: die X-Achse während der Zuführung, die Y- und B-Achse für laterales Biegen sowie vertikal auf der Z-Achse. Die Walzen fahren über 96 Servoachsen in die benötigte Position.

Weitere 14 Servoachsen sitzen in Zuführung, Ausrichter und Abspannung. Die Steuerung übernehmen vier SPS IndraLogic L65 im Industrie-PC IndraControl V. Für die Steuerung entwickelte Rexroth zusammen mit Ortic eine eigene Software. Diese Technik überzeugte die Kunden: Bereits jetzt ist die internationale Nachfrage nach der Anlage beträchtlich, während sich weitere Anwendungsfelder öffnen. Ortic kooperiert deshalb mit Rexroth für mehrere zukünftige Projekte.