Marginale Spalte

Vier Spindeln gegen den Stillstand

Juli 2013

 

Der italienische Spezialmaschinenhersteller Sistech S.r.l. entwickelte eine flexibel einsetzbare Werkzeugmaschine für spanende Fertigungsverfahren mit minimalen Rüstzeiten. Mit den Komponenten von Rexroth dreht das Bearbeitungszentrum T0.5 so richtig auf, wo andere Maschinen stillstehen.

 
 

Foto: Sistech S.r.l.

Maßgeschneiderte Lösungen, vielfältige Einsatzmöglichkeiten, einfache Bedienung – und das auch noch kostengünstig: Die Ansprüche an Maschinenbauer sind enorm. So ausgeklügelt und optimiert eine Maschine am Ende sein mag, der größte Feind der Effizienz ist und bleibt der Stillstand ‒ zum Beispiel verursacht durch die Rüstzeit beim Werkzeugwechsel.

Die Maschine steht still, die Produktion ruht, die Kostenuhr tickt weiter. Dem Spezialmaschinenhersteller Sistech ist es gelungen, diesen Kostenfaktor erheblich zu reduzieren. Mit dem T0.5 entwickelte das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen aus dem norditalienischen Brendola ein Bearbeitungszentrum für spanende Fertigungsverfahren, das eine Vielzahl von Materialien, wie Leichtmetalle, Stahl oder Gusseisen, bearbeiten kann.

Vier gewinnt

Möglich machen dies vier Werkzeugspindeln, die bis zu 120 verschiedene Werkzeugtypen aufnehmen können. Sie beschleunigen die Durchlaufzeit und senken die Stückkosten. Das funktioniert, weil die Spindeln bei laufender Produktion immer paarweise im Einsatz sind. Während die ersten beiden das Werkstück bearbeiten, führen die anderen den Werkzeugwechsel durch.

„Als wir mit der Entwicklung des T0.5 vor zwei Jahren begannen, haben wir versucht, alle Mittel und Lösungen einzusetzen, um uns von der Konkurrenz abzusetzen“, erinnert sich Pierangelo Nardon, der Geschäftsführer von Sistech. Dass dies gelungen ist, zeigt das Ergebnis: Bei einem Arbeitszyklus von 30 Werkzeugwechseln entspricht der Anstieg der Produktivität gegenüber anderen Maschinen 60 Prozent. „Je häufiger wir die Werkzeuge wechseln, desto deutlicher treten diese positiven Merkmale hervor“, erläutert Nardon.

Masse mit Klasse

Das Bearbeitungszentrum T0.5 besitzt alle Eigenschaften, die für die Hochpräzisionsbearbeitung in der Massenproduktion nötig sind. Neben den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten für zerspanende Arbeiten sind das einfache Umrüstung und schnelle Maschineneinstellung dank der CNC-Steuerung.

Mit bis zu fünf Achsen ist die Bearbeitung der Werkstücke zudem aus allen Winkeln möglich. Da sie alle unabhängig voneinander steuerbar sind, lassen sich die Parameter jeder einzelnen Achse auch während des Bearbeitungsprozesses modifizieren. Das erhöht die Flexibilität und reduziert den Ausschuss, da es möglich ist, auftretende Bearbeitungsfehler sofort zu korrigieren.

Die Mischung macht‘s

Für den reibungslosen Antrieb sorgt die Technik von Rexroth: Die CNC-Steuerung übernimmt IndraMotion MTX Advanced, die Antriebstechnik der IndraDrive mit der SafeMotion-Funktion. Die Motoren der IndraDyn-Serien S, T und H treiben Achsen und die Spindeln an. Darüber hinaus kommen Rollenschienenführungen und verschiedene Hydraulikkomponenten sowie hydraulische Systemlösungen zum Einsatz.

Drehzahlvariable Pumpenantriebe garantieren schließlich die energieeffiziente Steuerung des hydraulischen Systems. „Diese Sytronix-Systeme kombinieren die Zuverlässigkeit leistungsstarker Hydraulik mit Energieeffizienz und der Dynamik kompakter Elektronik“, erläutert Paolo Lonati, Vertriebsingenieur bei Bosch Rexroth.

Die Zusammensetzung von Rexroth-Produkten zu dieser Systemlösung ist auf die spezifischen Bedürfnisse von Sistech abgestimmt und wurde gemeinsam mit Sistech in einer Partnerschaft entwickelt, die über das gewöhnliche Zulieferer- und Abnehmerverhältnis weit hinausging: „Da es sich um eine ganz neue Applikation handelte, war die Zusammenarbeit sehr intensiv. Durch den Erfahrungsaustausch konnten wir unser System noch weiter optimieren und mit den Komponenten von Rexroth optimale Ergebnisse erzielen“, betont Pierangelo Nardon.

Richtungsweisende Maschine

„Es ist nicht leicht, ein Unternehmen wie Sistech zu finden, das fähig ist, so konstant und effektiv solche Innovationen zu liefern. Das neue Bearbeitungszentrum T0.5 zeigt deutlich, wie eine gute Zusammenarbeit gelingen kann. Es hat alle Voraussetzungen, zur Benchmark in diesem Marktsegment zu werden“, ergänzt Lonati. Mittlerweile wurde es auch patentiert. „Das bestätigt, dass wir eine richtungsweisende Maschine geschaffen haben, wie es sie schon lange nicht mehr auf dem Markt gab“, stellt Nardon fest.