Eiskalter Weltrekord

 

März 2014

 

Schnell im Takt und schnell am Markt: Die Weyhmüller Verpackungstechnik GmbH entwickelte mit Engineering-Unterstützung von Bosch Rexroth die schnellste Eisverpackungsmaschine der Welt.

 
 

Wenn das Thermometer steigt, ist sie auch schon da – die Lust auf Erfrischung. Das freut die Eishersteller, denn der kühle Genuss findet dann reißenden Absatz. Doch Schönwetterperioden können Produzenten, vor allem beim saisonal geprägten Geschäft auf der Nordhalbkugel, nur schwer einplanen. Und setzt die Hitze ein, steigt die Zahl der Eishungrigen explosionsartig an – dann ist Flexibilität gefragt. Denn der Alptraum eines jeden Eisverkäufers ist eine leere Kühltruhe.

Erfrischung im Sekundentakt

Eine neue Maschine der Weyhmüller Verpackungstechnik GmbH für die Verarbeitung konischer Flachtüten sorgt jetzt für schnelleren Nachschub von buntem Wassereis aus der Schiebetüte, dem sogenannten Squeezer. Mit einer Ausbringung von 8.400 Tüten in der Stunde ist sie die schnellste Eisverpackungsmaschine der Welt. Damit steigerte der Weltmarktführer für Eistütenwickelmaschinen aus Neu-Ulm, Deutschland, die Höchstleistung des Vorgängermodells um mehr als 50 Prozent. Möglich machte dies auch eine enge Zusammenarbeit bei der Entwicklung.

„Schon in den ersten Gesprächen merkten wir, dass Bosch Rexroth in der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie zu Hause ist und unsere Anforderungen wirklich versteht“, erinnert sich Heinrich Peitz, Geschäftsführer von Weyhmüller, dem aufgrund einer anstehenden Messe eine kurze Time-to-Market besonders wichtig war. Auch das Lastenheft listete ehrgeizige Anforderungen auf: Die Taktrate sollte gesteigert, enge Toleranzen für die Ovalität der Mundrolle erreicht und darüber hinaus ein marktgerechter Maschinenpreis erzielt werden. Zudem sollte die Maschine schnelle Format- oder Bearbeitungswechsel durchführen können und ressourcenschonend arbeiten.

Standards setzten Maßstäbe

Zentral für die Erhöhung der Taktzahl war der Umstieg von einer mechanischen auf eine virtuelle Achse, die der Hauptantrieb erzeugt und dadurch alle anderen Achsen per Software synchronisiert. Softwarespezialisten von Bosch Rexroth unterstützten Weyhmüller dabei mit dem sogenannten Generic Application Template GAT – einem Bestandteil von Open Core Engineering für alle Rexroth-Steuerungen und -Antriebe.

Das Antriebs- und Steuerungskonzept basiert auf der Systemlösung IndraMotion. Servoantriebe der IndraDrive-Baureihe formen die von der Maschinensteuerung errechneten Vorgaben in synchronisierte und präzise geregelte Motorpositionen um. Für die Linearbewegungen kommen die Vorschubmodule VKK und für die Kraftübertragung Compact-Module zum Einsatz. Diese Standardbaugruppen ermöglichen eine schnelle Ersatzteillieferung und verkürzen damit Stillstandzeiten.

Obwohl die Produktivität um 50 Prozent gesteigert wurde, verbraucht die neue Maschine dank der Systematik Rexroth 4EE weniger Energie als das Vorgängermodell. Das kommt nicht nur bei den Eisproduzenten gut an, auch Peitz stellt im Hinblick auf zukünftige Projekte fest: „Die Zusammenarbeit war überaus effizient. Mit diesem Projekt hat sich Bosch Rexroth als unser Systempartner auch für die nächste Maschinengeneration qualifiziert.“