Marginale Spalte

Der Hard-Disk-Turbo

November 2011

 

25 Prozent mehr Durchsatz, weniger Wartungsaufwand: Das leistet ein Linear Motion System von Rexroth bei der Festplattenproduktion für Unterhaltungselektronik.

 
 

Schnell und kontaktlos fliegen die Plattenträger von einem Prozessschritt zum nächsten.

800 Festplatten in der Stunde fertigte die erste Generation der Produktionsanlage 200 Lean – die Folgegeneration schafft schon 1.000 Stück. „Ein höherer Durchsatz ist der Schlüssel, um den Investitionsaufwand unserer Kunden pro Platte zu verringern“, erklärt Chuck Liu, Geschäftsführer der Hard-Disk-Sparte bei Intevac. Das Unternehmen aus dem kalifornischen Santa Clara ist Weltmarktführer bei der Produktion von Anlagen für magnetische Trägermedien für Festplattenlaufwerke.

Ein Linear Motion System (LMS) von Rexroth, basierend auf einem patentierten Prinzip mit invertierten Linearmotoren und der bedienerfreundlichen NYCe4000 Motion-Control, machte den um ein Viertel höheren Durchsatz der 200 Lean Gen II möglich. Darüber hinaus erhöht die Anlage auch die Systemverfügbarkeit und verbessert die Produktqualität.

Schneller zur nächsten Station

Auf der 200 Lean Gen II werden 3,5- und 2,5-Zoll-Festplatten für die Unterhaltungselektronik produziert. Dabei wird in einem Vakuum ein dünner Film des Aufnahmemediums auf einen Glas- oder Metallträger aufgedampft. Jede Prozessstation trägt jeweils eine Schicht auf: von der elastischen magnetischen Unterlage bis zum Carbonmantel.

„Die meisten Festplattenhersteller setzen rund 20 dieser Stationen ein“, gibt Liu Auskunft über die Dimensionen. Die Integration des LMS in die zweite Generation der Anlage halbiert die Transportzeit zwischen den Stationen und ermöglicht so die Durchsatzsteigerung.

Kontaktlos und sauber

Schnell und präzise befördert ein kontaktloses Antriebssystem die Plattenträger unabhängig voneinander von einem Prozessschritt zum nächsten: Spulen in den Führungsschienen bewegen die mit Magneten bestückten Plattenträger. „Alle elektronischen Komponenten und Verkabelungen liegen außerhalb der Prozesskammer“, zeigt sich Liu begeistert.

Das macht komplizierte und zeitaufwendige Wartungen in der Vakuumkammer überflüssig – Zeit, die dem reinen Betrieb zugute kommt. Ein weiterer Vorteil dieses kontaktlosen Antriebssystems ist das Fehlen mechanischer Antriebskomponenten, die durch Reibung Verunreinigungen verursachen könnten.

Im Team zum Erfolg

„Mit Rexroth verbindet uns eine echte Partnerschaft“, betont Chuck Liu und meint damit auch das Teamwork bei der Entwicklung der 200 Lean Gen II. Vom Pflichtenheft über die Entwicklung der Steuerungstechnologie bis zur Test- und Optimierungsphase arbeiteten die Ingenieure beider Firmen Hand in Hand. Eine Zusammenarbeit, die auch nach dem Verkauf einer Anlage an einen Festplattenhersteller nicht endet: Das Rexroth Serviceteam steht auch für die Kunden von Intevac weltweit zur Verfügung.